Mitarbeiter entwickeln, Werte schaffen

Ein Arbeitsvormittag mit Melanie Berberich, Mitglied der Geschäftsleitung von Lidl Deutschland

Melanie Berberich ist seit 22 Jahren bei Lidl und hat in dieser Zeit Karriere gemacht. Begonnen hat sie als Verkaufsleiterin, die für ein paar Filialen verantwortlich war. Heute ist sie Mitglied der Geschäftsleitung von Lidl Deutschland.

 

Angefangen hat die gebürtige Kielerin und Mutter einer 14-jährigen Tochter 1997 in der Lidl-Regionalgesellschaft Hüfingen im Schwarzwald. An ihrem ersten Arbeitstag herrschte dichter Schneefall, erinnert sie sich. „Als Nord­deutsche trotzte ich zwar dem Wetter, musste aber erst einmal eine Straßenkarte an der Tankstelle besorgen, um mich für meine erste Dienstfahrt zu orientieren.“

 

Heute zählt ihr Verantwortungsbereich über 600 Filialen in ganz Süddeutschland.
„In die Talente von Mitarbeitern zu investieren, deren Fähigkeiten zu erkennen und zu wecken, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu verstehen und zu berücksichtigen, ist fester Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie“, sagt Melanie Berberich. Diesen Ansatz setzt sie auch in ihrem Geschäftsbereich um, in dem sie mittlerweile für rund 15.000 Mitarbeiter in der gesamten Region Süddeutschland Verantwortung trägt.

8.11


Ein Mittwoch kurz vor Ostern. Logistikzentrum in Hüfingen
Melanie Berberich trifft mit ihrem Dienstwagen am Logistikzentrum in Hüfingen ein. Auf den Stellflächen rund um den 300 Meter langen Komplex rangieren Dutzende an- und abfahrende 40-Tonner. Von hier aus werden die 66 Filialen der Lidl-Regionalgesellschaft Hüfingen mit dem gesamten Produktsortiment beliefert. Berberich parkt. Sie trifft in ein paar Minuten Thomas Mattner, den Geschäftsführer der hiesigen Regionalgesellschaft von Lidl, und nimmt die Treppen in den ersten Stock.

9.20


Besprechungsraum erste Etage
Melanie Berberich und Thomas Mattner haben im Besprechungsraum Platz genommen. Kurz ein paar private Worte, dann steigen die beiden ins Geschäftliche ein. Es gibt aktuelle Updates und einige Entscheidungen stehen an. Etwa darüber, ob es richtig ist, Gartenmöbel schon jetzt ins Sortiment aufzunehmen – während im Süden Deutschlands doch eben noch Schnee lag. Auch Zahlen und Fakten, wie sich der Immobilienbestand in der Region entwickelt hat, werden besprochen und an einer Übersichtsgrafik wird erörtert, wie sich die Kennzahlen im Deutschlandvergleich in der Region entwickeln.

2017 wurde Lidl als Great Place to Work ausgezeichnet.

9.28


Im heutigen Gespräch geht es vor allem auch um Mitarbeiter. Die Managerin möchte wissen, wie sich Personalentscheidungen im Verantwortungsbereich bewähren. „Dein Vorschlag, eine Querversetzung durchzuführen, war sehr gut“, berichtet der Regionalgeschäftsführer über einen Prokuristen. Er habe dadurch einen Mitarbeiter gewonnen, der nun die Betriebsleiter- und die Vertriebsperspektive kenne. „Das war eine wertvolle Idee für unser Team und für ihn“, sagt Mattner. Über zwei weitere Mitarbeiter seines erweiterten Teams kann der Geschäftsführer berichten, dass die identifizierten Entwicklungsfelder durch gemeinsam festgelegte Trainingsaufgaben erfolgreich bearbeitet wurden und nun aus seiner Sicht nichts mehr gegen eine Weiterentwicklung zum Prokuristen spreche, erklärt Mattner zuversichtlich.

20 Mitarbeiter arbeiten durchschnittlich in einer Filiale, ein Wert, der in den letzten Jahren von elf auf 20 gestiegen ist.

„Geht es um Führungsverantwortung, können sich Führungskräfte bei Lidl heute in verschiedenen Positionen das notwendige Rüstzeug erwerben.“

Melanie Berberich

9.38

Schließlich geht es noch um die neuen Mitarbeiter, die demnächst anfangen. Beim „Onboarding“ und in der ersten Entwicklungsphase der Lidl-Karriere habe sich vieles einschneidend geändert, sagt Melanie Berberich. „Geht es um Führungsverantwortung, können sich Führungskräfte bei Lidl heute in verschiedenen Positionen das notwendige Rüstzeug erwerben“, fügt sie hinzu. So viel Flexibilität bringt die Mitarbeiter und das Unternehmen weiter, ist die Managerin überzeugt. „Früher hingegen hieß es oft nur: Hallo, hier sind die Schlüssel, los geht’s.“ Der Start war damals ein Sprung ins kalte Wasser, da sind sich beide Manager einig. „Ich hatte damals zwei Monate Einarbeitungszeit als Vertriebsleiterin, als Geschäftsführerin dann maximal einen Monat. Wie war das bei dir?“, fragt Berberich ihren Kollegen. „Aufgrund unseres extrem dynamischen Wachstums war derjenige, der vor mir die Position innehatte, bereits weg in einer anderen Funktion“, entgegnet Mattner lachend.

9.45


Die Runde wird durch Sebastian Sprinkart erweitert, einem Mitarbeiter, der den Filialbestand von Lidl in der Region managt. Er stellt seinen Bericht zum Kosten- und Energiemanagement in den Filialen vor. Dann präsentiert er einen Tischkalender, den sein Team entwickelt hat und der in den Aufenthaltsräumen der Filialen aufgestellt wird. Die Monatsblätter informieren auf unterhaltsame Art, welche Kosten sich im Alltag einer Lidl-Filiale durch einfache Maßnahmen einsparen lassen. Berberich prüft seinen Vortrag genau und lobt die Idee des „Kostenmemorys“, mit dem die Kollegen die größten Kostenverursacher vor Ort aufdecken können.

Das Führungsleitbild
„High Five“

  • Über Kommunikation führen
  • Mitarbeiter entwickeln
  • Leistungsstark und dynamisch bleiben
  • Vertrauen schaffen und fair handeln
  • Verantwortung leben und Vorbild sein

9.58


Logistikzentrum, Parkplatz
Melanie Berberich und Thomas Mattner starten zu einer Filiale der Regionalgesellschaft. Der Besuch ist Routine für Melanie Berberich. Sie schaut sich das ganze Jahr über zahlreiche Filialen aus der Nähe an und spricht dort mit den Mitarbeitern. Oft geht es dabei um Umsatz und insbesondere um Umsatzpotenziale. Heute geht die Fahrt zu einer für Melanie Berberich besonderen Filiale: Kurz nachdem sie bei Lidl angefangen hatte, war sie für diese Filiale verantwortlich. Ihre „alte“ Filiale steht direkt nebenan und hat nun einen Motorradzubehörhändler als Mieter.

Zwölf Euro je Stunde beträgt der Lidl-Mindestlohn, er liegt damit deutlich über dem gesetzlichen.

10.08


Bundesstraße 27 nach Villingen

„Wie zufrieden bist du mit dem Geschäft vor Ostern?“, fragt Melanie Berberich ihren Geschäftsführer, als sie auf die B 27 einbiegen. „Es läuft wie geplant. Aber es ist auch, wie erwartet, viel zu tun. Ostern ist immer eine besondere Zeit im Jahr für die Mitarbeiter. Da muss man die Filialteams besonders unterstützen“, antwortet Thomas Mattner. Er reicht Melanie Berberich einen Ablaufplan, der für jede Filiale individuell entwickelt wurde. Mit dem Kalender kann jeder Mitarbeiter sofort sehen, was in dieser besonders hektischen Woche an jedem Tag und zu welchem Zeitpunkt zu tun ist. „Dieser individuelle Ablaufplan wird von unseren Mitarbeitern als sehr hilfreich empfunden und auch wertgeschätzt“, berichtet der Manager zufrieden.

10.20

Der Dienstwagen nähert sich Villingen. „Das Ostergeschäft ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und komplex geworden. Wir haben mittlerweile über 40 Schokoladenosterartikel im Sortiment“, sagt Melanie Berberich. Es seien etwa doppelt so viele Artikel wie früher. Das bedeutet auch mehr Aufwand in der Filiale. Besonders umsatzstarke Termine vor Feier- und Brückentagen werden deshalb in der Regel mit speziellen Schulungen vorbereitet. Schließlich müssen die Mitarbeiter den Kundenansturm und schnellen Warenumschlag an diesen Terminen bewältigen können. „Mittlerweile gibt es mehr saisonale Umsatzhochs als nur Ostern und Weihnachten. Im Sommer werden etwa die Mitarbeiter in den Filialen in Urlaubsgebieten stark gefordert.

10.40


„Ich bin in meiner Laufbahn bei Lidl immer wieder von einzelnen Vorgesetzten gefördert worden, die meine Leistung honoriert haben. Das war ungemein wichtig und hat mir sehr geholfen. Aber in meinem Job braucht man auch einen Lebenspartner, der Verständnis für die Karriere hat und bereit ist, vor allem auch die Kindererziehung mit zu übernehmen. Das war bei mir der Fall“, erzählt Melanie Berberich, als sie die Villinger Filiale ansteuert. Bei ihrem Berufsstart seien Frauen in Führungspositionen nicht üblich, so Berberich. Lidl kam bei ihrer Bewerbung deshalb infrage, weil man rasch Verantwortung übertragen bekomme. „Meine Bewerbung ist damals gleich auf positive Resonanz gestoßen“, erinnert sich die Managerin.

10.42


Lidl-Filiale Villingen, vor dem Obst- und Gemüsepodest
Melanie Berberich trifft Karin Kühling, die Filialleiterin in Villingen. Berberich erkundigt sich nach der Präsentation für Obst und Gemüse und wie das Geschäft mit den Frischewaren läuft. „Ich stelle meistens die Fragen in den Filialen, um herauszufinden, ob wir irgendetwas verbessern können. Klar, die Ansprechpartner sind in der Regel die Filialleiter. Aber ich unterhalte mich auch gerne mit einzelnen Mitarbeitern“, sagt die Managerin später. „Nicht nur an einem Tag wie heute, so kurz vor den Feiertagen, müssen sie für Lidl alles geben. Da möchte ich erfahren, was wir besser machen können, um sie dabei zu unterstützen, dass es ein erfolgreicher Tag wird.“

„Ich möchte erfahren, was wir besser machen können, um die Mitarbeiter dabei zu unterstützen, dass es ein erfolgreicher Tag wird.“

Melanie Berberich

10.54


Lidl-Filiale Villingen, im Backbereich
Melanie Berberich unterhält sich mit ihrem Geschäftsführer und dem Filialmitarbeiter Denis Yildirim, der heute das „Bake Off“ betreibt – so heißt der Backbereich bei Lidl. Frische Backwaren sind ein wichtiger Anziehungspunkt in den Lidl-Filialen. Für Denis Yildirim ist die Herausforderung, die Brötchen und Croissants rechtzeitig zuzubereiten, sodass sie knusprig und frisch in die Auslage gelangen, ohne dass ein Regal länger leer bleibt. Bis abends um 21.00 Uhr ist der Backbereich in Betrieb. Gerade in der Vorosterwoche kommen auf einen Schlag oft so viele Kunden, dass sich Denis Yildirim besonders vorbereiten muss. Mit Melanie Berberich bespricht der Mitarbeiter, wie das Backprogramm an den Geräten am besten einzusetzen ist, ohne dass er in zu kurzen Abständen nachbacken muss. Mit „Frohe Ostern, Denis“ verabschiedet sich Melanie Berberich schließlich von dem Mitarbeiter.

99,8 Prozent

der Mitarbeiter sind in unbefristeten Arbeitsverhältnissen.

Lidl-Filiale Villingen, im Kassenbereich
Im Kassenbereich trifft Melanie Berberich dann noch auf Ingrid Georgescu. Die beiden begrüßen sich herzlich, denn es ist ein Wiedersehen nach längerer Zeit. Die Kassiererin hat mit der Managerin vor 22 Jahren in der Filiale Villingen zu arbeiten begonnen. Immer wieder sehen sie sich bei Berberichs Filialbesuchen. „Die Zeit vergeht wie im Flug“, sagt Ingrid Georgescu.
Wie recht sie hat, denkt Melanie Berberich. Als sie nach der Verabschiedung in der Filiale Villingen über den Parkplatz zum Auto läuft, geht ihr durch den Kopf, wie wertvoll es ist, regelmäßig mit den Kollegen zu sprechen: „Es sind die Lidl-Mitarbeiter ‚auf der Fläche‘, deren Einsatz im Zusammenspiel mit unseren Managemententscheidungen für die gewünschten Erfolgszahlen in der Bilanz sorgen. Wenn wir uns um die Mitarbeiter kümmern und sie fördern, dann stimmen auch die Geschäftszahlen“, ist Berberich überzeugt. Das zeigt auch ihre Erfahrung. Diese hat sich in Villingen heute wieder bestätigt.

11.03

Jeder dritte Mitarbeiter gehört seit mehr als zehn Jahren zu Lidl.

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Experten antworten

Lidl und Nachhaltigkeit: Was sind die Herausforderungen in der Zukunft?

Dieter Overath
Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland)

„Der Lebensmitteleinzelhandel entscheidet über die knappen Regalflächen und verfügt daher über die Einkaufsmacht. Es ist auch eine Verschiebung von der Industrie hin zu mehr Einfluss von Handelseigenmarken zu erkennen, das heißt, die Verantwortung für ein Produkt muss nicht nur der Hersteller, sondern auch der Händler gewährleisten. Folglich muss der Handel auskunftsfähig werden zu allen Fragen der Qualität, Transparenz, Herstellungsbedingungen, Einhaltung der Menschenrechte, der fairen Bezahlung etc. – und dies über das gesamte Sortiment. Besonders in der Frische, von Bananen über Blumen bis zum Fleisch, ist der Handel gefragt, dass die dauerhaften Billigpreise das Nachhaltigkeitsengagement nicht untergraben. Das ist eine gewaltige Herausforderung.“

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GRI-Indikatoren/Wesentlichkeitsmatrix

Mit rund 3.200 Filialen und über 79.000 Mitarbeitern gehört Lidl zu den größten Immobiliennutzern und -betreibern und zugleich zu den großen Arbeitgebern Deutschlands. Entsprechend groß ist auch unsere Verantwortung in Bezug auf Energie-, Rohstoff- und Flächenverbrauch sowie gegenüber unseren Mitarbeitern.
 
Unser Anspruch ist es, diese Umweltauswirkungen möglichst gering zu halten und unseren ökologischen Fußabdruck stetig zu minimieren. Wir ermitteln unseren Energie- und Ressourcenverbrauch sowie unsere CO₂-Emissionen, um Einsparpotenziale aufzudecken.
 
Als Arbeitgeber übernehmen wir Verantwortung. Wir schaffen ein attraktives Arbeitsumfeld mit hohen Sozialstandards, einer fairen und übertariflichen Vergütung und vielfältigen Weiterentwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter. Wir engagieren uns für Vielfalt und eine ausgewogene Life-Balance.
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Ausblick 
Betrieb und Prozesse

Effizienz steigern – Mitarbeiter fördern

Mit unseren Prozessen in Logistikzentren und Filialen wollen wir einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und Ressourcen schonen. Für unsere Mitarbeiter schaffen wir ein gutes Arbeitsklima und fördern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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