Rohstoffe und Landwirt­schaft

Als Handelsunternehmen tragen wir auch Verantwortung für die Nachhaltigkeit der Rohstoffe, die für die verkauften Produkte und Dienstleistungen verwendet werden. Deshalb zielt unser Engagement darauf ab, unsere ökologischen Auswirkungen, die durch den An- und Abbau von landwirtschaftlichen und tierischen Vorprodukten entstehen, so weit wie möglich zu reduzieren. Wir engagieren uns für eine nachhaltigere Erzeugung von Rohstoffen und setzen uns für die artgerechtere Haltung von Tieren ein.
Matrix_Rohstoffe

Nachhaltigkeits­programm:
Ziele und Maßnahmen

ZIELTERMINGEPLANTE MASSNAHMENIM BERICHTSZEITRAUM DURCHGEFÜHRTE
MASSNAHMEN
STATUS
Landwirtschaft und Rohstoffe: Tierwohl steigern – Vielfalt fördern1
Molkereierzeugnisse: 100% gentechnikfreie Produkte
bei dauerhaft gelisteten Eigenmarken
Ende 2019Umstellung der Milchbasisprodukte der weißen Linie (Milch) und aller Naturjoghurts bis Ende 2018

Umstellung aller zusammengesetzten Produkte im Milchanteil und der gesamten gelben Linie (Käse) bis Ende 2019 (deutsche Lieferanten)

Für Joghurt mit Aromen ist aktuell noch keine gentechnikfreie Lösung möglich
2016: Angebot gentechnikfreier Molkereiprodukte, z.B. Frischmilch, als erster Lebensmitteleinzelhändler

2017: Umstellung H-Milch deutschlandweit auf gentechnikfrei
Frischfleisch: 100% gentechnikfreie Produkte
bei dauerhaft gelisteten Eigenmarken
LaufendDurchführung eines Sojaprojekts: Gemeinsam mit Lidl Österreich und Schweiz sollen bis 2019 rund 147.000 Tonnen nachhaltigeres, gentechnikfreies Soja angebaut werden.

Umstellung des Frischfleisch- und Wurstsortiments auf gentechnikfrei
2017: Ausbau regionales und „Ohne Gentechnik“-zertifiziertes Frischfleischsortiment für Schwein und Rind mit Siegel vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG)

Erarbeitung der Sojastrategie mit dem Ziel, gentechnikfreie Fütterung nach VLOG für alle Frischfleischprodukte zu ermöglichen
Fisch (Frischfisch, Tiefkühlfisch, Fischkonserven und Fischfeinkost): 100% zertifiziert
nach Marine Stewardship Council (MSC), Aquaculture Stewardship Council (ASC) oder Bio
Im Ausnahmefall können auch Produkte aus Fischereien eingesetzt werden, die eine
MSC-Vorbewertung erfolgreich bestanden haben und sich im Zertifizierungsprozess befinden
2018Ab Mai 2018 ausschließlich ASC- oder Biozertifizierte Rohware bei Fisch und
Schalentieren aus Aquakultur bei Fischfeinkost, Fischkonserven, Tiefkühlfisch und Frischfisch für das dauerhaft gelistete Eigenmarkensortiment
Seit 2017 ausschließlich MSC-zertifizierte Rohware aus Wildfang bei Fisch und Schalentieren im Tiefkühl- und Frischfisch-Bereich im dauerhaft gelisteten Eigenmarkensortiment
Kaffee: 100% zertifiziert
nach UTZ, Rainforest Alliance, Fairtrade oder Bio
Ende 2020Sukzessive Umstellung der Kaffeesorten durch ZertifizierungEs sind bereits die Sorten Röstkaffee und Instantkaffee umgestellt auf nun 51,8% der Gesamttonnage.
Tee (Grün-, Schwarz- und Rooibostee): 100% zertifiziert
durch Fairtrade, Rainforest Alliance, UTZ oder Bio
Ende 2018Sukzessive Umstellung der Teesorten durch ZertifizierungDie Sorten Schwarztee, Grüntee, Rooibostee sind umgestellt auf nun 84,4% der Gesamttonnage.
Tee (Kräuter- und Früchtetee): 50% zertifiziert
durch Fairtrade, Rainforest Alliance, UEBT/UTZ oder Bio
Ende 2020Sukzessive Umstellung der Kräuter- und Früchteteesorten durch ZertifizierungFrüchtetee und Kräutertee sind aktuell umgestellt auf nun 19,2% der Gesamttonnage.
Verbesserung des Tierwohls bei Legehennen2018Angebot der Freilandeier von Legehennen, deren männliche Geschwister aufgezogen werden, in ausgewählten Regionen – ausgestattet mit dem Premiumlabel des Deutschen Tierschutzbundes

Ausbau des Engagements für schnellstmögliche Praxistauglichkeit von Detektoren zur Geschlechtsbestimmung im Ei
Seit Ende 2017 ausschließlich frische Eier von Legehennen ohne gekürzte Schnäbel im Sortiment

Vollständiger Verzicht von Eiern aus Käfighaltung für Frischei seit 2009 und für verarbeitete Eier in unseren Eigenmarkenprodukten seit 2016
Steigerung der Transparenz
durch Kennzeichnung der Haltungsbedingungen für Frischfleisch der Eigenmarke
LangfristigRund 50% der Frischfleischprodukte auf mindestens Stufe 2, „Stallhaltung Plus“,
bis Anfang 2019 umstellen – langfristig komplettes Frischfleischsortiment

Etablierung der Stufe 2, „Stallhaltung Plus“, des Lidl-Haltungskompasses als
Mindeststandard für alle Frischfleischprodukte

Aktive Mitarbeit in der Initiative Tierwohl
Februar 2018: Ankündigung Einführung des Lidl-Haltungskompasses
fur Frischfleischprodukte (Schwein, Rind, Pute, Hähnchen)
Erhalt der Artenvielfalt
und Schutz von Insekten und Wildbienen
2018 und fortlaufendErweiterung des Pflanzensortiments um bienenfreundliche Pflanzen

An Logistikstandorten legt Lidl 2018 zusätzlich insgesamt über 20.000 Quadratmeter naturnah an.

Optimierung von Pflanzenschutzmaßnahmen im Obstbau durch Pilotprojekt in
Griechenlandnd
2,13 Mio. Quadratmeter Blu_hflächen gemeinsam mit Partnern und Lieferanten der Vieh- und Landwirtschaft angelegt

Ziel begonnen | Ziel fortgeschritten | Ziel erreicht | Fortlaufendes Ziel

1 GRI 103

Tierwohl­standards

Eier, Milch und Fleisch sind für viele Menschen ein wichtiger Teil der Ernährung. Die Erzeugung dieser Produkte ist ein großer Zweig der deutschen Wirtschaft – und wesentlicher Bestandteil unseres Sortiments.

Wir engagieren uns für Tierwohlaspekte, tiergerechtere Haltung sowie Fütterung und einen verantwortungsvollen Umgang z.B. mit Meerestier- und Fischprodukten. Zugleich wollen wir damit den Erwartungen unserer Kunden gerecht werden, die zunehmend auf den Ursprung und die Produktionsbedingungen ihrer Lebensmittel achten. Die Einhaltung unserer Standards ist daher Teil der Geschäftsbeziehungen mit unseren Lieferanten. Durch die Zusammenarbeit mit diesen haben wir einen relevanten Einfluss darauf, wie die Tiere gehalten, behandelt und gefüttert werden. Diesen wollen wir in positiver Weise nutzen und die Standards branchenweit kontinuierlich steigern.

Oft gehen wir bei unseren Standards über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus: So werden verbesserte Fütterung sowie Aufzucht- und Haltungsbedingungen gefördert und die internen Standards zum Tierwohl kontinuierlich weiterentwickelt. Lidl achtet dabei auf eine konsequente und transparente Vorgehensweise sowie auf die Rückverfolgbarkeit. Ein Beispiel für die Umsetzung ist die regionale Eigenmarke „Ein gutes Stück Bayern“.

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„Ein gutes Stück Bayern“ – regionale Eigenmarke mit Mehrwert

Seit 2009 liegt der Fokus von „Ein gutes Stück Bayern“ auf Tierwohl und nachhaltiger Bewirtschaftung der bäuerlichen Familienbetriebe. So haben wir bereits diverse Tierwohlmaßnahmen eingeführt.

Beispiel Milchkühe

Alle an diesem Programm teilnehmenden Milchbauern verpflichten sich

  • ihre Milchkühe artgerechter, mit großzügigem Platzangebot im Laufstall sowie ganzjährig ohne Anbindung zu halten und
  • umfassende Maßnahmen zum Tierwohl umzusetzen, wie beispielsweise:  
    • weiche Liegeflächen,
    • Einhaltung von Vorgaben zum Stallklima,
    • Massagebürsten und
    • regelmäßige Klauenpflege.

Weitere Informationen zu „Ein gutes Stück Bayern“ im Abschnitt Regionalität sowie auf www.ein-gutes-stueck-bayern.de.



Uns ist es wichtig, den Kunden Produkte zu bieten, die für Verantwortung stehen. Daher führen wir keine tierischen Erzeugnisse im Sortiment, die von bestandsbedrohten Tierarten stammen, wie z.B. dem Flussbarsch oder Steinbeißer.

Um das Thema Tierwohl weiterzuentwickeln, unterstützen wir anerkannte Organisationen wie die Initiative Tierwohl (ITW), den Deutschen Tierschutzbund, das Aquaculture Stewardship Council (ASC) oder das Marine Stewardship Council (MSC), das sich zudem gegen Überfischung und kritische Fangmethoden einsetzt. Im Sortiment werden die Produkte entsprechend gelabelt, um unseren Kunden eine bewusste Kaufentscheidung zu ermöglichen. So wollen wir langfristig das Haltungs- und Tierwohlniveau in der gesamten Branche heben.2



Weitere Informationen im Positionspapier für den nachhaltigeren Einkauf von tierischen Erzeugnissen unter
www.lidl.de/positionspapiere.

2 GRI 103

 

 

 

 

Initiative Tierwohl und Tiergesundheit

Als Gründungsmitglied unterstützt Lidl die Initiative Tierwohl (ITW) bereits seit 2015. Deutschlandweit setzen sich darin Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel für eine tiergerechtere und nachhaltigere Fleischerzeugung ein. Zusammen wollen wir das Tierwohl in der Nutztierhaltung in Deutschland Schritt für Schritt aktiv und flächendeckend heben. Insgesamt stellt der Handel rund 130 Millionen Euro im Zeitraum von 2018 bis 2020 zur Verfügung. Dafür führen die beteiligten Lebensmitteleinzelhändler 6,25 Cent pro verkauftem Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisch und -wurst an die Initiative Tierwohl ab. Das Geld dient dazu, Schweine- und Geflügelhalter finanziell bei der Umsetzung bestimmter von Experten entwickelter Tierwohlkriterien zu unterstützen. Diese gehen über die gesetzlichen Standards hinaus und betreffen vor allem die tiergerechtere Haltung, Hygiene und Tiergesundheit.

Bislang basierte das System der ITW auf dem System der Massenbilanzierung. Das bedeutet, dass ein Produkt nicht nachweislich aus einem an der Initiative teilnehmenden Betrieb stammen muss. Seit April 2018 gilt nun für unverarbeitetes Geflügelfleisch das Prinzip der Nämlichkeit, sodass die Rohware über die gesamte Lieferkette hinweg von konventioneller Rohware getrennt wird und rückverfolgbar ist. Somit können wir gewährleisten, dass  ITW-Geflügelware im Endprodukt beim Verbraucher ankommt. Dies ist die Voraussetzung für die Kennzeichnung mit der Lidl-Haltungsstufe 2, „Stallhaltung Plus“. Für bearbeitetes Geflügel ist diese Umstellung für den 1. Oktober 2018 geplant. Ein Ziel unseres Engagements in der ITW ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten in der Programmphase bis 2020 maßgebliche Schritte für die Einführung der Nämlichkeit bei Schweinen zu erarbeiten, um sie langfristig umsetzen zu können. Wir sehen die Umsetzung der Nämlichkeit als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer transparenteren Lieferkette.

Wir betrachten Tiergesundheit als Grundlage für Tierwohl. Um diese systematisch, zielgerichtet und effektiv zu verbessern, treiben wir die Einführung eines Tiergesundheitsindex voran.

Der präventive Einsatz von Antibiotika ist grundsätzlich untersagt. Die Gabe von Antibiotika darf ausschließlich von Tierärzten zu therapeutischen Zwecken vorgenommen werden. Die Einhaltung dieser gesetzlichen Vorgabe wird von externen Auditoren regelmäßig überprüft.3

3 FP 10

Auch im Bereich Legehennen ist Lidl mit entsprechenden Maßnahmen zum Tierwohl engagiert. Lidl hat beispielsweise den Ausstieg aus dem Schnabelkürzen bei Legehennen forciert. Seit Ende 2017 bieten wir ausschließlich Eier an, die von Legehennen ohne gekürzte Schnäbel stammen. Zudem möchten wir dem Töten männlicher Küken entgegenwirken. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Detektoren zur Geschlechtsbestimmung der Eier so schnell wie möglich angewandt werden können. Außerdem realisieren wir im Jahr 2018 ein Projekt zur Bruderhahninitiative: In ausgewählten Regionen Norddeutschlands werden Freilandeier tierschutzgeprüft mit einem geringen Aufpreis verkauft, um die Aufzucht männlicher Küken zu ermöglichen.

 

 

Gentechnikfreie Fütterung

Ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland lehnt Lebensmittel ab, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurden. Um den Anforderungen der Konsumenten gerecht zu werden und zugleich einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten, setzt Lidl auf gentechnikfreie Lebensmittel. Bundesweit verkaufen wir bereits seit 2002 Frischgeflügel aus gentechnikfreier Fütterung und seit 2011 auch Eier. Seit 2016 bieten wir als erster Händler deutschlandweit Frischmilch der Eigenmarke mit der Zertifizierung „Ohne Gentechnik“ (OGT) an. Das Siegel wurde 2009 vom Bundesministerium für Verbraucherschutz eingeführt und wird seit 2010 vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG) vergeben. Lebensmittel, die damit gekennzeichnet sind, müssen spezifische Anforderungen erfüllen und dürfen nachweislich keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) oder deren Teile enthalten. In den kommenden Jahren weitet Lidl Deutschland sein Sortiment an gentechnikfrei erzeugten Produkten kontinuierlich aus. 2017 wurde z.B. regional das OGT-zertifizierte Frischfleischsortiment für Schwein und Rind ausgebaut. Seit November 2017 ist auch H-Milch deutschlandweit auf OGT umgestellt.

Seit 2016 bieten wir als erster Händler deutschlandweit Frischmilch aus der Eigenmarke mit der Zertifizierung „Ohne Gentechnik“ (OGT) an.

Nachhaltigeres Soja als Futtermittel

Unser langfristiges Ziel ist es, bei tierischen Erzeugnissen der Lidl-Eigenmarken ausschließlich gentechnikfreie Futtermittel einzusetzen. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf Soja, das als eiweißreiches Futtermittel oftmals zentraler Bestandteil von Tierfutter ist.

Die Nachfrage nach dem Rohstoff Soja ist in den vergangenen Jahren weltweit angestiegen. Der Großteil der
Sojabohnen stammt dabei aus Brasilien und aus gentechnisch modifiziertem Anbau. Dort sind negative Folgen des Sojaanbaus zu beobachten: die Umwandlung von Waldflächen, Grasland und Savannen in Ackerflächen ohne Berücksichtigung der ökologischen Auswirkungen, der übermäßige Einsatz von Pestiziden sowie die Verwendung gentechnisch manipulierten Saatguts. 

Unsere Verantwortung, auch ohne direkte Geschäftsbeziehungen zu den Erzeugern von Soja, ergibt sich aus den bedeutenden Mengen, die für die Tierfutterproduktion benötigt werden. Die Komplexität der Lieferkette – angefangen beim Sojaanbau über die Verarbeitung als Futtermittel bis hin zum verkaufsfertigen tierischen Artikel – ist dabei eine Herausforderung. Im Hauptanbauland Brasilien wurden im Jahr 2016 nur etwa fünf bis sechs Prozent des Sojas nach  den international anerkannten Zertifizierungsstandards wie dem Round Table on Responsible Soy (RTRS) und ProTerra nachhaltig angebaut.

Lidl engagiert sich deshalb seit einigen Jahren für einen nachhaltigeren Anbau von Soja. Bereits seit 2010 tragen einzelne Produkte im Lidl-Sortiment, wie beispielsweise die Produkte der Regionalmarke „Ein gutes Stück Bayern“, das Label des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG). Das VLOG-Label bescheinigt, dass die Tiere mit gentechnikfreien Futtermitteln gefüttert wurden. Das Eigenmarkensortiment mit VLOG-Label wurde bei Lidl stetig erweitert und umfasst heute viele Eier-, Geflügel- und Eigenmarkenprodukte im Bereich Molkerei, aber auch solche in den Bereichen Schweine- und Rindfleisch.

Die Lidl Soja-Initiative

Da Soja als eiweißreiches Futtermittel oftmals zentraler Bestandteil von Tierfutter ist, legen wir hierauf besonderes Augenmerk. Hier wollen wir den Einsatz von Soja als Futtermittel reduzieren, um somit einen weiteren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Stattdessen sollen verstärkt einheimische Eiweißfuttermittel wie beispielsweise Rapsschrot verwendet werden. In Fällen, in denen Soja unvermeidbar ist, bevorzugen wir Soja aus der Europäischen Union (EU). Solange die Notwendigkeit des Imports von Soja besteht, ist es unser Ziel, ausschließlich auf zertifiziertes, gentechnikfreies und nachhaltiges Soja umzustellen. Darunter fallen Systeme der Massenbilanzierung und der Segregation. Letzteres streben wir für unsere Produkte an.

Da der überwiegende Anteil des in Europa verfütterten Sojas jedoch noch aus gentechnisch modifiziertem Anbau aus Südamerika stammt, engagieren wir uns im Rahmen unserer Lidl-Soja-Initiative mit dem Ziel, den nachhaltigeren Sojaanbau zu fördern. Konkret plant Lidl, in Deutschland, Österreich und der Schweiz die gesamte Bedarfsmenge von 147.000 Tonnen Sojabohnen bis 2019 zertifizieren zu lassen. Zusammen mit der Non-Profit-Organisation ProTerra Foundation unterstützen wir durch finanzielle Anreize ausgewählte Farmen in Brasilien bei der Umstellung auf zertifiziert nachhaltigeres, gentechnikfreies Soja. Damit trägt Lidl insgesamt zu einer sukzessiven Erhöhung der verfügbaren Menge an zertifiziert nachhaltigerem und gentechnikfreiem Soja bei.

Weitere Informationen zur Lidl Soja-Initiative unter www.lidl.de/soja

DAS LIDL-ROHSTOFF-Programm

Als Handelsunternehmen kaufen wir verarbeitete Produkte mit dem jeweiligen Rohstoff ein. Soziale und ökologische Auswirkungen hat die Produktion unserer Eigenmarken in der Lieferkette außerhalb unserer Organisation. Wir sind uns als Anbieter von Lebensmitteln und Konsumgütern der Begrenztheit von Ressourcen bewusst. Unsere Initiativen zu einer nachhaltigeren Produktion von Rohwaren sollen gewährleisten, dass wir als Einzelhandelskette diese Konsumgüter auch in Zukunft nach unserem Motto „Beste Qualität zum besten Preis“ anbieten können. Wir sehen alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette in der Verantwortung, zu ökologischen und sozialen Verbesserungen beizutragen. Mit unserem Verhaltenskodex Code of Conduct, der Bestandteil aller unserer Verträge ist, verpflichten wir Lieferanten zur Einhaltung von sozialen und ökologischen Mindeststandards. Relevante Themen werden vom CSR-Manager Einkauf vorangetrieben. Es findet ein regelmäßiger internationaler Austausch via Videokonferenzen und persönliche Treffen mit allen CSR-Managern der Lidl-Länder statt. Ziele und Maßnahmen werden gemeinsam mit dem Einkauf definiert, da dieser für die Sortimentsauswahl und Vertragsabschlüsse verantwortlich ist. Dabei unterstützen uns Warenwirtschafts- und Informationssysteme.



Weitere Informationen im Positionspapier für den nachhaltigeren Einkauf von Tee, Kaffee und Palm(kern)öl unter www.lidl.de/positionspapiere.

Mit dem Rohstoff-Programm trägt Lidl dazu bei, die Bedingungen für die Gewinnung von ausgewählten Rohstoffen zur Lebensmittelproduktion zukunftsfähig auszurichten und Standards im Einkauf zu etablieren. Lidl hat für die Rohstoffe Fisch, Eier, Kaffee, Tee, Kakao und Palm(kern)öl ein Programm entwickelt, das ausgewählte Mindestzielsetzungen im Einkauf für einige Länder definiert.

Weitere Informationen unter www.lidl.de/fisch sowie im Positionspapier für den nachhaltigeren Einkauf von Fisch, Schalentieren und deren Erzeugnissen unter www.lidl.de/positionspapiere.


Fisch und Schalentiere

Lidl setzt sich aktiv dafür ein, verantwortungsvoller mit Meeres- und Fischprodukten umzugehen. Wir achten daher darauf, die weltweiten marinen Ökosysteme zu erhalten und zu schützen. Auch den Schutz der Menschen und ihrer Arbeitsrechte bei der Herstellung dieser Produkte haben wir dabei im Blick. In diesem Zusammenhang appellieren wir auch an die Weiterentwicklung bestehender Standards.

Zudem hat sich Lidl als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland dazu verpflichtet, sein Dauersortiment auf MSC- und ASC-zertifizierte Produkte umzustellen. Seit 1. Januar 2017 bieten wir daher bei Fisch und Schalentieren aus Wildfang sowohl im Tiefkühl- als auch im Frischfischbereich nur noch MSC-zertifizierte Rohware an. 2017 gab es übergangsweise noch Produkte von Fischereien, die die Vorbewertung des MSC erfolgreich bestanden haben und gerade zertifiziert werden.

Tee

Bereits seit 2006 verkauft Lidl unter der Eigenmarke „Fairglobe“ Grün- und Schwarztees aus Fairtrade-zertifiziertem Anbau mit Fairtrade-Zertifikat. Die „Fairglobe“-Tees sind zudem alle auch Biozertifiziert. Einzelne andere Teesorten tragen Siegel wie das der Rainforest Alliance oder von UTZ-Certified. Auch kurzfristig engagieren wir uns im Teebereich noch stärker. Ziel ist, dass bereits Ende 2018 die Rohware für Grün-, Schwarz- und Rooibostee unserer Eigenmarken, sofern bestehende Zertifizierungsstandards im Anbauland bestehen, zu 100 Prozent zertifiziert ist.

Kaffee

Über die Jahre konnte Lidl den Anteil an zertifizierter Kaffee­rohware für seine Eigenmarken immer weiter steigern. So tragen inzwischen alle Kaffeepads und -kapseln der Eigenmarke „Bellarom“ ein Nachhaltigkeitssiegel. Unser Ziel, bis 2020 50 Prozent unserer Kaffeerohware zertifiziert zu haben, haben wir vorzeitig im Februar 2018 erreicht. Daher haben wir uns das neue Ziel gesetzt, bis spätestens Ende 2020 100 Prozent der Rohware zertifizieren zu lassen.

Palm(kern)öl

Bereits seit Anfang 2012 ist Lidl Mitglied des Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO). Gemeinsam mit anderen Akteuren setzen wir uns für einen nachhaltigen Palm(kern)-öl-Anbau ein. Dies umfasst u.a., sich von illegalem Holzeinschlag und/oder Brandrodung zu distanzieren, deren Ziel es ist, neue Anbauflächen zu gewinnen. Sofern produktionstechnisch und wirtschaftlich möglich, werden wir daher auf physisches Palm(kern)öl aus zertifiziertem Anbau nach RSPO-Standard umstellen. Ziel ist es, bei unseren essbaren Eigenmarkenprodukten ausschließlich segregiertes Palm(kern)öl und bei nicht essbaren Eigenmarken 100 Prozent Mass-Balance-zertifiziertes Palm(kern)öl einzusetzen.

 

 

Kakao

Kakao ist einer der wichtigsten Rohstoffe auf dem Weltmarkt und auch im Lidl-Eigenmarkensortiment in zahlreichen Produkten enthalten. Daher wird dieser Rohstoff im Folgenden ausführlicher betrachtet.

1. Stufe: Erzeuger

Am Kakaobaum wächst die Kakaofrucht mehrere Monate lang heran. Nach der Ernte werden die Kakaofrüchte aufgebrochen, um Fruchtfleisch und Bohnen herauszulösen. Anschließend werden die Bohnen über mehrere Tage getrocknet, um die gewünschten Aromastoffe zu erzeugen. Die Kakaobohnen werden daraufhin in Jutesäcke verpackt und zum Verarbeiter transportiert..

2. Stufe: Verarbeiter

Beim Verarbeiter werden die Bohnen gereinigt und geröstet. Durch die Röstung verändern die Bohnen ihre Farbe und entwickeln das typische Kakaoaroma. Danach werden die Bohnen von den Schalen befreit und zu Kakaobruch verarbeitet. Beim anschließenden Mahlen und Pressen des Bruchs entsteht eine flüssige Kakaomasse, die aus Kakaopulver und Kakaobutter besteht.

3. Stufe: Produzent

Die Kakaomasse bildet die Grundzutat für Schokoladenerzeugnisse. Für Milchschokolade mischt der Produzent die Masse mit Kakaobutter, Milchpulver und Zucker. Alle Zutaten werden gewalzt, um Cremigkeit zu erzeugen. Beim Conchieren wird die Schokoladenmasse unter kontrollierter Hitzeeinwirkung ständig gerührt. Die Aromen können sich voll entfalten, unerwünschte Bitterstoffe verflüchtigen sich.
Bevor die Masse in Formen gefüllt wird, muss sie kontrolliert abgekühlt werden.

4. und 5. Stufe: Handel und Verbraucher

Zur Tafel gegossen und verpackt, gelangt beispielsweise die Tafelschokolade und somit die einstige Kakaobohne in die Regale. In Deutschland konsumieren die Menschen durchschnittlich jedes Jahr rund zehn Kilogramm Schokoladenprodukte.

Der äquatorial wachsende Rohstoff wird vorwiegend in der Elfenbeinküste, in Ghana, Ecuador oder Indonesien von Kleinbauern angebaut. Der Kakaoanbau soll den Lebensunterhalt sichern, viele Bauern leben jedoch am Rande der Armutsgrenze. Viele Kakaobäume sind überaltert und anfällig für Schädlinge und Krankheiten und weisen nur noch geringe Erträge auf. Der Boden verliert an Fruchtbarkeit und der Einsatz von Pestiziden wird erhöht, was zu Haut- und Atemwegserkrankungen führen kann, da der richtige Umgang mit Pestiziden oft nicht bekannt ist. Ein nachhaltiger Kakaoanbau gewährleistet eine konstantere Produktivität und Qualität des Rohstoffs.

Was wir tun:

 

Die Kakaorohware für das gesamte Eigenmarkensortiment stammt bereits seit Ende 2016 zu 100 Prozent aus nachhaltigerem Anbau und ist nach international anerkannten Standards wie Fairtrade, Rainforest ­Alliance, UTZ oder Biozertifiziert.

Das gilt auch für saisonale Aktionsware, z.B. an Ostern oder Weihnachten. Hier ist der Kakao zu 100 Prozent durch das Fairtrade-Sourcing-Programm (FSP) zertifiziert. Gemäß unserem Unternehmensanspruch, in der Branche Vorreiter zu sein und positive Entwicklungen anzustoßen, setzen wir hier Maßstäbe.

Weitere Informationen im Positionspapier für den nachhaltigeren Einkauf von Kakao unter www.lidl.de/positionspapiere.

Für spezifische Warengruppen oder Regionen haben wir gesonderte Vorgaben entwickelt. Beispielhaft ist ein Kakaoprojekt in der Elfenbeinküste: In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) finanziert Lidl den Aufbau und Betrieb der Landwirtschaftsschule PROCACAO für eine nachhaltigere Kakaoproduktion in der Elfenbeinküste. In den letzten Jahren konnten so über 2.000 Trainer ausgebildet werden, die ihr erlerntes Wissen wiederum an die Kakaobauern weitergeben. Eingebettet in die nationalen Strukturen des Kakaosektors, liegen die Schwerpunkte des anerkannten Ausbildungszentrums in der Vermittlung von nachhaltigeren und umweltverträglicheren Anbaumethoden durch gute landwirtschaftliche Praktiken, betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie die Aufklärung über soziale Themen. Dabei findet der Unterricht auch auf landwirtschaftlichen Demonstrationsfeldern statt, um das Erlernte gleich in die Praxis umzusetzen. Ziel der Einrichtung ist es, die Kakaobauern umfassend weiterzubilden, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und den Anbau von Kakao auch für zukünftige Generationen attraktiv zu gestalten. Auf diese Weise sollen in den kommenden Jahren über 18.000 Kakaobauern von der Landwirtschaftsschule profitieren. 

Durch die Verwendung von Zertifizierungen, wie beispielweise dem Fairtrade-Siegel, fördert Lidl die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards in den jeweiligen Regionen.

 

SCHUTZ VON ÖKOSYSTEMEN

Artenvielfalt ist ein bedeutender Aspekt für ein funktionierendes Ökosystem. Dabei ist eine Vielzahl von Insekten und (Wild-)Bienen nötig, um beispielsweise Obstbäume und Gemüsepflanzen zu bestäuben und so die Nahrungskette zu erhalten.

Gemeinsam mit unseren Lieferanten für Obst und Gemüse entwickeln wir deshalb Maßnahmen, um Flora und Fauna in ihrer Vielfalt zu schützen und unsere Auswirkungen auf das Ökosystem so gering wie möglich zu halten.4

4 GRI 103

 

ARTENSCHUTZ­PROGRAMM „LIDL-LEBENSRÄUME“

Deutschland erlebt einen Rückgang der Insektenpopulation. Der Klimawandel und eine intensive Landwirtschaft, die von Fruchtfolgen und dem übermäßigen Einsatz von Pestiziden geprägt ist, gelten als zwei der Ursachen für das Insektensterben. Deswegen setzt sich Lidl mit seinem langfristig bundesweit angelegten Programm Lidl-Lebensräume für Artenvielfalt und den Wildbienenschutz ein. Das Nahrungsangebot für blütenbesuchende Insekten soll so vergrößert und breitere Nistmöglichkeiten geboten werden.



Weitere Informationen zum Artenschutzprogramm „Lidl-Lebensräume“ unter www.lidl.de/lebensraum.

5 GRI 304-2
6 GRI 304-3

Die Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt setzt Lidl gezielt in vier Bereichen um:5

  1. Bereits seit 2013 werden zusammen mit einzelnen Lieferanten und Erzeugern der Land- und Viehwirtschaft Blühstreifen angelegt. Beispielsweise haben sich Produzenten der regionalen Lidl-Eigenmarke „Ein gutes Stück Bayern“ verpflichtet, wilder Flora und Fauna entlang von Anbauflächen einen Lebensraum zu geben: Auf Blühstreifen von insgesamt rund 1,4 Millionen Quadratmetern wurde eine bunte Mischung an Gräsern und Blumen gesät. Auch Obst- und Gemüselieferanten von Lidl, wie die Absatzzentrale Kempen und der RVB Agrarservice in Beindersheim, pflegen seit 2017 zusammen über 700.000 Quadratmeter Fläche und bieten somit vielfältigen Lebensraum.
  2. Ergänzend dazu legt Lidl auch 2018 im ersten Schritt auf eigenen Grundstücken rund 20.000 Quadratmeter Blühstreifen an.6
  3. Das Pflanzensortiment wird sukzessive und wiederkehrend um bienenfreundliche Saatmischungen und Pflanzen ausgebaut. So haben auch die Kunden die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und bewusst für Insekten und Bienen attraktive Pflanzen anzubauen.
  4. Um Maßnahmen zum Pflanzenschutz im Obstbau zu optimieren, plant Lidl zusammen mit einem führenden deutschen Institut für Lebensmittelsicherheit und Rückstandsanalytik sowie Lidl-Obstlieferanten ein Pilotprojekt in Griechenland. Neben dem effizienteren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird auch der Austausch zwischen Obstbauern und Imkern gefördert.

 

 

LIDL-PESTIZIDREDUKTIONS­PROGRAMM

Gemeinsam mit unseren Lieferanten und Erzeugern von frischem Obst und Gemüse haben wir uns vor zehn Jahren das Ziel gesetzt, die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln langfristig zu reduzieren. Um dieses Ziel zu realisieren, wurde das Lidl-Pestizidreduktionsprogramm ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt des Programms steht der Austausch über die umfangreichen Qualitätsanalysen aller Obst- und Gemüseprodukte. Indem alle Beteiligten die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln besser kennen und verstehen, können Erzeuger den Einsatz optimieren und reduzieren. Für das Reduktionsprogramm haben wir mithilfe von Fachexperten eigene Grenzwerte festgelegt. Unser Ziel ist es, dass der Rückstandswert von bei Lidl angebotenem Obst und Gemüse um mehr als zwei Drittel unterhalb der gesetzlich erlaubten Höchstmenge liegt. Diese Grenzwerte gehen weit über gesetzliche Anforderungen hinaus und gehören zu den anspruchsvollsten der Branche.

Weitere Informationen im Positionspapier für den nachhaltigeren Einkauf von Obst und Gemüse unter www.lidl.de/positionspapiere.

 

 

SCHUTZ VON WASSER UND RESSOURCEN – PROJEKT WAVER

Im Anbau und in der Verarbeitung sind der Wasser- und Ressourcenverbrauch große Herausforderungen. Um belastbare, quantifizierbare Aussagen treffen zu können, hat Lidl in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) und dem Beratungsunternehmen Fjol das Projekt WaVer für ausgewählte Eigenmarkenlieferanten initiiert. In einer Pilotphase haben wir gemeinsam mit Lieferanten bei verschiedenen Produkten wie Tomaten, Saft, Molkereiprodukte oder Kaffeekapseln Einsparpotenziale für Wasser und Verpackungsmaterialien identifiziert: Zur optimierten Bewertung des Wasserverbrauchs wurden wissenschaftlich fundiert Kennzahlen in verschiedenen Gruppen wie Bezug, Nutzung und Verschmutzung von Wasser sowie Abwassermengen definiert und für die Jahre 2015 und 2016 erhoben.7

Um die Nachhaltigkeit von Verpackungen bewerten zu können, hat Lidl dabei zwei Hauptaspekte betrachtet: die Rohstoffgewinnung zur Herstellung von Verpackungen sowie die Recyclingfähigkeit der Verpackung im Anschluss an die Nutzungsphase. Im Nachgang der Datenauswertung hat Lidl mit den Projektpartnern spezifische Maßnahmen definiert, um die Nachhaltigkeitsperformance weiter zu verbessern. Das Projekt wird 2018 auf weitere Lieferanten angewandt.

Informationen zu Verpackungen finden Sie im Positionspapier für die Reduzierung von Verpackungsmaterialien und Lebensmittelverlusten unter www.lidl.de/positionspapiere.

7 GRI 303-1

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