Betrieb und Prozesse

Mit rund 3.200 Filialen und über 79.000 Mitarbeitern gehört Lidl zu den größten Immobiliennutzern und -betreibern und zugleich zu den großen Arbeitgebern Deutschlands. Entsprechend groß ist auch unsere Verantwortung in Bezug auf Energie-, Rohstoff- und Flächenverbrauch sowie gegenüber unseren Mitarbeitern.

Unser Anspruch ist es, diese Umweltauswirkungen möglichst gering zu halten und unseren ökologischen Fußabdruck stetig zu minimieren. Wir ermitteln unseren Energie- und Ressourcenverbrauch sowie unsere CO₂-Emissionen, um Einsparpotenziale aufzudecken.

Als Arbeitgeber übernehmen wir Verantwortung. Wir schaffen ein attraktives Arbeitsumfeld mit hohen Sozialstandards, einer fairen und übertariflichen Vergütung und vielfältigen Weiterentwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter. Wir engagieren uns für Vielfalt und eine ausgewogene Life-Balance.
Ohne Titel

Nachhaltigkeits­­programm:
Ziele und Maßnahmen

ZIELTERMINGEPLANTE MASSNAHMENIM BERICHTSZEITRAUM DURCHGEFÜHRTE
MASSNAHMEN
STATUS
Betrieb und Prozesse: Effizienz steigern – Mitarbeiter fördern
Betriebliches Umweltmanagement1
Umrüstung aller Filialen und Lager auf LED-Beleuchtung
Einsparung von 117,1 GWh und rund 45.000 Tonnen CO2 pro Jahr
2019Verzicht auf T5- und T8-Leuchtmittel, Umstellung aller bestehenden Lidl-Filialen auf LED-Leuchtmittel, erwartete Einsparung von 76 GWh und 31.000 Tonnen CO2/Jahr

Einsatz von LED-Beleuchtungstechnik bei Modernisierungen und Neueröffnungen von Filialen, erwartete Einsparung von 38 GWh und 14.000 Tonnen CO2/Jahr

Einsatz von LED-Beleuchtungstechnik bei Modernisierungen und Neueröffnungen von Lagern, erwartete Einsparung von 3,1 GWh und 1,14 Tonnen CO2/Jahr
670 Filialen mit LED-Leuchtmitteln ausgestattet,
Gesamteinsparung: 23 GWh und 9.500 Tonnen CO2/Jahr

1.070 Filialen bei Modernisierung und Neubauten mit LEDs ausgestattet, Gesamteinsparung: 34 GWh und 12.000 Tonnen CO2/Jahr
Steigerung des Anteils selbst erzeugter erneuerbarer EnergieLaufendNutzung eigenproduzierter Sonnenenergie in Neubauten und Bestandsfilialen: weitere 145 Fotovoltaikanlagen für Geschäftsjahr 2018 geplantFotovoltaikanlagen auf fünf Logistikzentren und 44 Filialen neu installiert
Förderung von E-Mobilität
durch Bereitstellen einer Ladeinfrastruktur
LaufendAusstattung jeder Neueröffnung mit einer E-Tankstelle bzw. 2 Ladepunkten à 22 kW

Vorbereitung von E-Tankstellen bei Neueröffnungen und Großmodernisierungen mit Parkplatzsanierungen von 20% aller Parkplätze der Filiale
Neun Filialen mit E-Schnellladesäulen (à 50 kW) ausgestattet, tanken für Kunden kostenlos
Einsatz natürlicher Kältemittel Lager
bei Kälteanlagen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes pro Lager und Jahr um 208 Tonnen gegenüber dem Basisjahr 2015
LaufendAcht bestehende Kälteanlagen sollen bis 2020 durch moderne NH3-(Ammoniak)-Kälteanlagen (natürliches Kältemittel) ersetzt werden.Von 39 Zentrallagern wurden bislang insgesamt 25 auf natürliche Kältemittel zur Kühlung umgestellt
Einsatz natürliche Kältemittel Filiale
zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei Kühlmöbeln und Kälteanlagen durch die Umstellung auf Propan als Kältemittel, 129 Tonnen CO2 je Filiale jährlich Gesamtersparnis: 179.568 Tonnen jährlich
2019Umstellung von Kälteanlagen und Kühlmöbeln in 1.392 Filialen geplantSeit September 2017 rund 800 Filialen umgestellt
Reduzierung des Plastikeinsatzes
um mindestens 20% bei Verpackungen
2025Erstellung eines Konzepts für die Reduzierung des Plastikeinsatzes durch kleinere Verpackungen bei gleichem Umsatz

Gesteigerte Nutzung von Verpackungen aus Kartonagen
Reduzierung der Verpackungsgröße und damit des Plastikeinsatzes der „Alesto Cashewkerne“ um 20% sowie Reduzierung der Foliendicke „Grafschafter Toastbrot“ um 25%
100% Recyclingfähigkeit der Kunststoffverpackungen2025Erarbeitung eines Konzepts zur Erhöhung der Recyclingfähigkeit bei VerpackungenRecyclinganteil bei „Freeway“- und „Saskia“-Flaschen von 60%
Reduzierung von EinwegbechernLaufendVerzicht auf Einwegbecher an Heißgetränkeautomaten – Ersatz durch MehrweglösungenUmstellung aller Heißgetränkeautomaten auf die Funktion „Eigener Becher“
Mitarbeiterverantwortung1
Steigerung der MitarbeiterzufriedenheitLaufendEntwicklung und Umsetzung einer ganzheitlichen Strategie zur Mitarbeiterbindung, Analyse regionaler Bedarfe und Entwicklung eines umfassenden Maßnahmenkatalogs für BindungsmaßnahmenEinführung des Führungsleitbilds „High Five“

Freiwillige Erhöhung des Tarifabschlusses 2017

Anhebung des internen Mindestlohns auf 12€/Stunde
Verbesserung der Gesundheit der MitarbeiterLaufendDurchführung des Projekts Megaphys: Durch neue Analysemethoden zur tatsächlichen physischen Belastung sollen Einwirkungsmöglichkeiten auf die Belastungen festgestellt werden, um diese zu reduzieren.Focierung Betriebliches Gesundheitsmanagement
Kontinuierliche Optimierung der Personalentwicklungsmaßnahmen
zur Besetzung vakanter Fach- und Führungskräftepositionen aus den eigenen Reihen und zur Mitarbeiterbindung
LaufendErweiterung der on the job Maßnahmen zur fachlichen und kompetenzbasierten Weiterbildung

Einführung von Blended-Learning-Instrumenten: moderne und lernindividuell nutzbare Plattform

Einführung von Karriereplänen mit klar definierten Entwicklungsmaßnahmen
Umfassenderes Weiterbildungsangebot zur fachlichen und kompetenzbasierten Weiterentwicklung erarbeitet

Einführung von Entwicklungstagen, um Potenzialträger zu identifizieren

Förderpoolkonzept: gezielte Weiterbildungsangebote zur standardisierten Einarbeitung in eine neue Position entwickelt

Individuelle, transparente und dokumentierte Entwicklungsplanung im jährlichen Entwicklungsgespräch durchgeführt

Soll-Ist-Vergleich im Halbjahresgespräch überarbeitet Persönliche und fachliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter

auf gleicher Hierarchieebene durch Job Rotation-Programme (horizontal, international)

Ziel begonnen | Ziel fortgeschritten | Ziel erreicht | Fortlaufendes Ziel

1 GRI 103

Betriebliches Umweltmanagement

Lidl prägt mit seinen Filialen das Erscheinungsbild vieler Städte und Gemeinden. Gleichzeitig zählt das Unternehmen damit auch zu den großen kommunalen Verbrauchern von Energie, Rohstoffen und Flächen. Für uns ist dies Ansporn und Verpflichtung zugleich, weil wir den hohen Verbrauch von Ressourcen einschränken wollen.

Die Berücksichtigung von Umwelt- und Energieaspekten bei Unternehmensentscheidungen wie dem Neu- oder Umbau von Filialen ist daher in unseren Prozessen fest verankert. Hierzu trägt auch das Energiemanagementsystem nach ISO 50001 bei, das für alle Logistikzentren und Filialen sowie die Verwaltungsstandorte (Dienstleistungsgebäude) und das ganze Managementsystem konzipiert wurde. Das Energieteam tagt regelmäßig und erarbeitet Lösungen zur Verbesserung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes. Im Team sind verschiedene Fachbereiche vom Vertrieb über die Logistik, Immobilien/Bau bis hin zur CSR/Nachhaltigkeitsabteilung vertreten, um einen umfänglichen Austausch sicherzustellen.

Für die Erarbeitung von Zielen und deren Überprüfung sind die jeweiligen Fachbereiche in Abstimmung mit dem zuständigen Mitglied der Geschäftsleitung zuständig. Die spezifischen Zielsetzungen für das betriebliche Umweltmanagement sind in unserem Nachhaltigkeitsprogramm zusammengefasst.

Zur kontinuierlichen Reduktion des ökologischen Fußabdrucks setzt Lidl Maßnahmen in den einzelnen Filialen und Logistikzentren, bei der Planung und Sanierung von Gebäuden, beim Transport sowie in der Verwaltung um. Unser Ziel ist es, Umwelteinflüsse auf ein unvermeidbares Minimum zu reduzieren: Wir optimieren kontinuierlich unsere Betriebsprozesse und setzen neue Technologien für mehr Effizienz ein. Zugleich arbeiten wir daran, unsere Abfallmengen stetig zu verringern. Ein weiterer Bestandteil unseres Engagements, zielt darauf, die Bestände bedarfsgerecht zu planen. Dadurch wollen wir die Verschwendung von Lebensmittel verhindern.2

2 GRI 103

 

 

Ressourcenschonung

Täglich fallen in den Lidl-Filialen und -Lagern große Mengen Faltschachteln, Lieferscheine und Handzettel sowie Folien und Verpackungen an. Die größten eingesetzten Materialgruppen sind daher Papier und Kunststoff. Papier verbrauchen wir in unseren Filialen insbesondere durch Handzettel und Instore-Flyer. Diese Ressourcen sind fester Bestandteil der Kundenkommunikation, weswegen die Auflage im letzten Jahr erhöht wurde. Im Geschäftsjahr 2017 wurden deutschlandweit rund 112.168 Tonnen Papier für den Verbrauch in den Lidl-Filialen eingekauft. Die Gesamtmenge der eingesetzten Kunststoffe können wir aktuell nicht erheben.3

3 GRI 301-1

 

 

Papierverbrauch in Kilogramm3 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Papierverbrauch je Filiale436.46431.11535.228

4 Für die Berechnung der Kennzahl wird nur der Papierverbrauch für Handzettel und Instore-Flyer berücksichtigt. Die für Plakate, Preisschilder, Büropapier etc. generierte Menge wird derzeit nicht erfasst. 

 

 

Neben den von Lidl selbst eingesetzten Materialien fallen vor allem in den Filialen viele weitere Materialien an, wie Umverpackungen von Lieferungen unserer Produzenten oder PET-Flaschen in den Pfandautomaten. Insgesamt sind im Berichtszeitraum 532.048 Tonnen (Geschäftsjahr 2016) und 545.079 Tonnen (Geschäftsjahr 2017) Abfall angefallen.5 Rund 95,8 Prozent unserer Abfälle konnten wir im Geschäftsjahr 2017 stofflich und energetisch verwerten. Die meisten stofflich verwerteten Materialien werden zur Herstellung neuer Produkte verwendet.


5 GRI 306-2

 

 

Abfall nach Standort und Art in Tonnen6 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Gesamtabfallmenge539.643532.048545.079
Filialen
Gesamt Filialen268.024249.862247.349
Abfall zur Verwertung11.67511.67011.359
Abfall zur Beseitigung2.0741.9511.790
Abfall zur stofflichen Verwertung
Papier, Pappe, Karton254.275236.241234.200
Logistikzentren
Gesamt Logistikzentren271.555282.101297.634
Abfall zur Verwertung 11.70210.3909.797
Abfall zur stofflichen Verwertung
Papier, Pappe, Karton82.28389.43599.823
Folie transparent8.6789.3528.570
Bunte Kunststoffe3.2603.0363.963
Altbrot8.5788.0288.188
Glas17.22415.01813.169
Schrott4.8725.4664.494
Flurförderzeuge (FFZ)-Batterien449460448
Holz4.5327.5704.970
PET79.74181.49083.140
Textilien792769857
Abfälle zur energetischen Verwertung
Organische Abfälle749.44551.08760.215
Sonderentsorgungen (gefährliche Abfälle)Derzeit keine Erfassung der einzelnen Mengen vonseiten des Dienstleisters.
Verwaltung Deutschland
Gesamt Verwaltung Deutschland638597
Abfall zur Verwertung576758
Abfall zur stofflichen Verwertung
Papier, Pappe, Karton61811
PET828

6 GRI 306-2
7 Zahl der gesamten nicht mehr für den Verzehr geeigneten und aus den Filialen zurückgeführten Mengen an Obst und Gemüse sowie Fleisch- und Molkereiprodukte.
8 Im Geschäftsjahr 2015 und 2016 wurden die Daten von den Logistikzentren und nicht von der Verwaltung erfasst.

 

 

Wertstoffe wertschätzen

Lidl übernimmt gemeinsam mit GreenCycle, dem Ver- und Entsorgungsunternehmen der Schwarz Gruppe, Verantwortung für die Umwelt und den rücksichtsvollen Gebrauch von Ressourcen. Und so funktioniert’s am Beispiel Papier, Pappe und Kartonagen.

Recyclingquote in Prozent GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Recyclingquote86,185,984,7

 

Wertstoffe wertschätzen

Um eine angemessene Sortierung und eine hohe Trennqualität für das Recycling zu gewährleisten, haben wir das Lidl-Entsorgungskonzept Wertstoffe wertschätzen entwickelt.

Die unternehmensweite Kampagne sieht ein einheitliches, standardisiertes und effizientes Konzept für das Wertstoffmanagement in allen Lagern und Filialen vor. Durch ein systematisiertes Konzept der Beschilderung in den Lidl-Filialen und Zentrallagern können Wertstoffe schnell und einfach sortiert sowie entsprechend richtig entsorgt werden. Auch für die Lidl-Kunden wurden Wertstoffboxen installiert, sodass jeder Kunde anfallende Verpackungen direkt vor Ort korrekt entsorgen kann.

Für das Recycling kooperiert Lidl mit dem internen Entsorgungsdienstleister GreenCycle. Das Schwesterunternehmen, das ebenfalls zur Schwarz Gruppe gehört, sammelt Wertstoffe, bündelt diese und stellt sie zur Wiederverwertung bereit.

 

 

 

 

Im Berichtszeitraum führte GreenCycle so rund 522.000 Tonnen Wertstoffe dem Recycling zu. Durch das Recycling von PE-Materialien konnten beispielsweise neue Abfallsammelsäcke für die Filialen gefertigt werden, aus recyceltem Papier- und Kartonagenmengen werden neue Betriebsmittel (beispielsweise eigene Transportkartons und Druckerpapier) hergestellt. Neben dem Schutz der Wälder kann so auch der Wasserverbrauch und der CO₂-Ausstoß verringert werden – bei Recyclingpapier um rund 60 Prozent gegenüber Frischfaser. Ergänzend dazu engagiert sich Lidl bereits seit Anfang 2009 als Mitglied der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR).


Plastikeintrag minimieren, Recyclingfähigkeit maximieren

Als erster Discounter hat Lidl 2017 die Abschaffung der Standardplastiktüte umgesetzt. Dadurch konnten im ersten Jahr bereits 3.500 Tonnen Plastik eingespart werden. Damit Abfälle erst gar nicht entstehen, setzt Lidl zudem seit Jahren auf eine sukzessive Vermeidung und Reduzierung von Verpackungsmaterialien bei gleichzeitiger Verbesserung der Recyclingmöglichkeiten. Mit der Plastikstrategie 2025 soll der Plastikeinsatz in den Eigenmarken bis zum Jahr 2025 um 20 Prozent reduziert werden. Außerdem soll mit dieser Anfang 2018 bekannt gemachten Strategie die Recyclingfähigkeit bis 2025 bei 100 Prozent liegen. Wir analysieren in enger Abstimmung mit Lieferanten systematisch, wo auf Plastik ganz verzichtet oder alternative Verpackungsmöglichkeiten genutzt werden können. Zudem bietet Lidl eine große Anzahl unverpackter Artikel im Obst- und Gemüsebereich an.

Weitere Informationen zu Verpackungen im Positionspapier zur Reduzierung von Verpackungsmaterialien und Lebensmittelverlusten unter www.lidl.de/positionspapiere.

 

 

100 -20

2007 haben wir begonnen, kleinere Mengen recyceltes PET-Material für die Produktion unserer Flaschen der Eigenmarken „Saskia“ und „Freeway“ zu verwenden. In den letzten zehn Jahren konnten wir diesen Anteil durch kontinuierliche Forschung und Entwicklung mit externen Partnern mittlerweile deutlich steigern und Rohstoffe durch Reduzierung des Flaschengewichts einsparen: Eine 1,5-Liter-Flasche der Eigenmarke wiegt zwischen 26 und 28 Gramm, was einer Rohstoffersparnis von bis zu 70 Prozent gegenüber herkömmlichen PET-Flaschen bei einem durchschnittlichen Recyclinganteil von 60 Prozent entspricht – gleichzeitig werden jährlich 60.000 Tonnen CO₂ eingespart.

 

 

 

Der Kreislauf
  • In den Pfandautomaten werden zurückgeführte PET-Flaschen in transparenten Säcken vorsortiert, komprimiert und gesammelt. 
  • Anschließend werden die Flaschen im Logistikzentrum in einer Presse verdichtet und die Ballen zur Abholung bereitgestellt.
  • Auf einen Lkw passt dadurch das, was ohne Pressen auf 26 Lkws verladen werden müsste: 400.000 Flaschen. Die PET-Ballen würden aneinandergereiht von Frankfurt am Main bis nach München reichen.
  • Im Recyclingwerk angeliefert, werden die Ballen dann gemahlen, gewaschen, getrocknet, gereinigt und geschmolzen, bis ein Regranulat entsteht. Von den ursprünglichen Ballen bleiben so nur maximal zehn Prozent als Rest über, alles andere wird wiederverwertet.
  • Das Regranulat wird mit neuem Granulat gemischt und zu Rohlingen, sogenannten „Preforms“, geformt. Durch deren Einsatz können wir den Transport zur Befüllung optimieren.
  • Im Abfüllwerk werden die Preforms aufgeblasen, dann mit neuem Inhalt befüllt und an die Logistikzentren ausgeliefert.
  • Von den Logistikzentren werden die Filialen mit den Produkten versorgt und der Kreislauf beginnt von vorn.

Weitere Informationen im Positionspapier Pfand unter www.lidl.de/positionspapiere.

 

 

Ressourcenschonung bedeutet auch, den Wasserverbrauch im Betrieb und in der Lieferkette zu senken. In unseren eigenen Geschäftsstandorten ist der Wasserverbrauch relativ gering und insbesondere auf die Reinigungsvorgänge in den Filialen zurückzuführen. Daher wurde er als nicht wesentlich für die Berichterstattung definiert. Ein Großteil des Wasserbedarfs entsteht vielmehr in den vorgelagerten Lieferketten. Informationen zu Einsparmaßnahmen bei der Produktion unserer Eigenmarken finden Sie in der Wertschöpfungsstufe „Rohstoffe und Landwirtschaft“.9

9 GRI 303-1

 

Foodwaste vermeiden

Der Verschwendung von Ressourcen wirken wir durch einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Waren und durch die effiziente Planung des Bestands entgegen. Foodwaste ist für uns keine Option. Bleiben dennoch Lebensmittel übrig, stellen wir diese lebensmittelrechtlich unbedenklichen Mengen den Tafeln in Deutschland zur Verfügung. Ein weiterer Baustein unseres Engagements gegen Lebensmittelverschwendung ist die Mitgliedschaft bei Save Food, einer Initiative der Welternährungsorganisation (FAO), des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) sowie der Messe Düsseldorf und der Verpackungsmesse Interpack. Mit der Mitgliedschaft streben wir den Austausch mit Unternehmen unterschiedlichster Branchen an, um neue Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung zu entwickeln. Gleichzeitig wollen wir öffentlich auf das Problem weggeworfener Nahrungsmittel hinweisen und für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Essen sensibilisieren.  

 

 

Klimaschutz, Planen und Bauen und Transport

Um die Waren aus 39 Logistikzentren in unsere Filialen in ganz Deutschland zu transportieren und um diese dort täglich in hoher Qualität und Frische anbieten zu können, benötigt Lidl große Mengen Energie. Je effizienter wir unsere Abläufe gestalten, umso nachhaltiger agieren wir: Indem wir Logistik und Transport optimieren, sparen wir Energie und verringern damit auch CO₂-Emissionen. Modernste Bauformen und geschulte Mitarbeiter sorgen ebenfalls dafür, dass die Energiebilanz verbessert wird.

In den Lidl-Filialen wird Energie insbesondere durch Kühlung, Beleuchtung und Heizung verbraucht. Entsprechend macht Strom mit 80 Prozent den weitaus größten Teil unserer Energiequellen aus, gefolgt von Erdgas mit 18 Prozent. Der Gesamtenergieverbrauch sank im Berichtszeitraum leicht von 1.351,8 Gigawattstunden (GWh) im Geschäftsjahr 2016 auf 1.342,5 GWh im Geschäftsjahr 2017.10, 11

10 GRI 302-1
11 GRI 302-4

 

 

Direkter Energieverbrauch nach Primärenergiequellen in Megawattstunden (MWH)12 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Direkter Energieverbrauch nach Primärquellen
Erdgas229.962239.941236.337
Flüssiggas131.5841.5841.584
Heizöl9.012139.0139.015
Dieselkraftstoffe147.1837.1837.044
Erneuerbare Quellen (Fotovoltaik)151113793.907
Summe247.852258.099257.886
Indirekter Energieverbrauch nach Primärquellen
Elektrische Energie (Strom)1.076.6801.090.5231.081.768
Fernwärme6.5806.5806.460
Summe1.083.2601.097.1031.088.228
Energieverbrauch161.331.1121.355.2031.346.114
Verkauf erneuerbarer Energieträger173.5943.4533.57018
Gesamtenergieverbrach innerhalb der Organisation1.327.5181.351.7501.342.544

12 Nicht enthalten im direkten und indirekten Energieverbrauch ist die Lidl-Dienstwagenflotte. Derzeit liegt zur Berechnung keine belastbare Datenbasis vor. Eine zukünftige Berechnung wird aktuell von Lidl Deutschland geprüft.
13 Hochrechnung auf Basis von Vorjahreswerten, da aktuelle Werte nicht verfügbar sind.
14 Hochrechnung des Dieselverbrauchs der Notstromaggregate anhand eines Beispiels
15 Die Kennzahl weist die Differenz zwischen Produktion und Einspeisung durch die Fotovoltaikanlagen (Eigenverbrauch) aus.
16 1 Terajoule | 0,2778 GWh, 1 Megajoule/m² | 0,2778 kWh/m²
17 Die Kennzahl weist die Differenz zwischen Produktion und Eigenverbrauch durch die Fotovoltaikanlagen (Überschusseinspeisung beim Netzbetreiber) aus.
18 Für das Geschäftsjahr 2017 liegen die Werte für den Monat Februar noch nicht vor, weswegen eine Hochrechnung vorgenommen wurde.

 

 

 

19 GRI 302-3
20 Einbezogene Energiearten (innerhalb der Organisation): elektrische Energie, Erdgas, Flüssiggas, Heizöl, Fernwärme, Diesel und Fotovoltaikeigenverbrauch
21 Für die Berechnung des Energieintensitätsquotienten wird der absolute Energieverbrauch innerhalb der Organisation durch die absolute Gesamtfläche der Unternehmensbereiche geteilt.

 

 

Die erneuerbaren Energien konnten wir im Berichtszeitraum von 379 MWh auf 3.907 MWh mehr als verzehnfachen. 2017 waren dafür 59 Fotovoltaikanlagen auf den Dächern unserer Filialen und Logistikzentren installiert. Zudem konnten wir rund 3.570 MWh Energie, die wir mit unseren Fotovoltaikanlagen selbst erzeugten, in das Netz einspeisen. Diese Entwicklung wollen wir fortsetzen. Im Geschäftsjahr 2018 wollen wir deshalb weitere 145 Fotovoltaikanlagen errichten.

Mitgestaltung der Energiewende

Um erneuerbare Energien, die durch Windenergie entstehen, möglichst effizient in die Stromnetze integrieren zu können, engagiert sich Lidl seit 2016 am Modellprojekt Wind für Norddeutschland (WindNODE): Gemeinsam mit rund 70 Projektpartnern arbeiten wir an Lösungen, wie der Stromverbrauch der Nutzer bestmöglich auf die wetterbedingt schwankende Erzeugung von erneuerbaren Energien abgestimmt werden kann.

 

Da im Berichtszeitraum der Umfang unserer Gesamtflächen ebenfalls leicht gestiegen ist, ergibt sich für die Energieintensität eine positive Entwicklung: Pro Quadratmeter Fläche konnten wir diese um 3,2 Prozent auf 217,7 Kilowattstunden (kWh) im Geschäftsjahr 2017 reduzieren.

 

 

Emissionen fallen bei Lidl Deutschland insbesondere durch die Versorgung der Standorte mit Energie sowie durch den Transport und die Logistikvorgänge an. Gegenüber dem Basisjahr 2015 sind die Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) um 52 Prozent deutlich auf 540.340 Tonnen CO₂-Äquivalent (CO₂-e) gestiegen.22 Dies liegt insbesondere am Wechsel zu einem anderen Stromanbieter zum 1. Januar 2016, der einen anderen Strommix verwendet. Die Intensität der THG-Emissionen ist entsprechend ebenfalls deutlich um 45 Prozent auf 87,4 Kilogramm CO₂-e pro Quadratmeter gestiegen.

22 GRI 305-5

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und den Energieverbrauch und damit auch den CO₂-Ausstoß an den Standorten zu senken, setzt Lidl auf innovative, energieeffiziente Filialkonzepte. Seit 2009 konnten wir über 300 unserer klimafreundlichen Filialen in Deutschland errichten. Dabei setzen wir auf Integralanlagen, die die Abwärme der Kühlmöbel in Heizenergie umwandeln oder auch die Kälte erzeugen, die für die Kühlung der Waren benötigt wird. Neue Filialen dieses Typs kommen ohne fossile Energieträger aus.

 

 

Direkte und indirekte THG-Emissionen in t CO₂-Äquivalent (Scope 1 und 2)23, 24 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Scope 1 – direkte THG-Emissionen51.48253.50852.739
Erdgas46.68248.70847.976
Flüssiggas25361361361
Heizöl 2.4452.4452.446
Kraftstoff (Diesel)1.9941.9941.955
Scope 2 – indirekte THG-Emissionen303.677399.025487.602
Elektrische Energie 302.058397.406486.01326
Fernwärme1.6191.6191.589
Summe THG-Emissionen355.159452.533540.340

23 GRI 305-1, GRI 305-2
24 Quellen der Umrechnungsfaktoren: Strom 2015/2016 Strommix EVU bzw. IEA 2017, Erdgas: IPCC 2006, Fernwärme: Berechnung Ifeu 2016, Heizöl und Diesel: Faktor basierend auf IPCC 2006 mit Charakterisierungsfaktoren aus IPCC 2013, umgerechnet auf Liter, Flüssiggas: IPCC 2006 Vol. 2 Energy, Mobile Combustion
25 Ohne biogene Gase
26 Da die Daten für das Geschäftsjahr 2017 von Lidl noch nicht vorliegen, wurde der Wert auf Basis des durchschnittlichen deutschen Strommix gerechnet. Es kann davon ausgegangen werden, dass somit der angegebene Wert höher liegt als der finale Wert von Lidl.

 

 

Intensität der THG-Emissionen27, 28 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Summe THG-Emissionen355.159452.533540.340
Flächen in m25.904.2716.024.1936.183.442
Intensität der THG-Emissionen kg CO₂-e/m2607587

27 GRI 305-4
28 Einbezogene Energiearten (innerhalb der Organisation): elektrische Energie, Erdgas, Flüssiggas, Heizöl, Fernwärme, Diesel und PV-Eigenverbrauch

 

 

Auch durch den Einsatz von stromsparender LED-Beleuchtung in den Lidl-Filialen und im Außenbereich der Gebäude kann Energie gespart werden. Ende 2017 war bereits in rund 1.400 Filialen die energiesparende LED-Beleuchtung installiert. Bis Ende 2018 werden die meisten Lidl-Filialen in Deutschland mit der energiesparenden Technik ausgestattet sein – sowohl auf der Verkaufsfläche als auch in den Kühltruhen und den Nebenflächen. Wir erwarten, dass wir den Stromverbrauch unseres Filialnetzes durch die aktuellen Maßnahmen um rund 76 Millionen kWh senken und so den CO₂-Ausstoß pro Jahr um über 31.000 Tonnen verringern können.29

29 302-4, 305-5

Zusätzliche Energie- und CO₂-Ersparnisse können durch Maßnahmen wie verkürzte Vor- und Nachlaufzeiten z.B. von Logobeleuchtungen oder eine effiziente Bauweise erreicht werden. Durch große Fenster gelangt ein erhöhter Tageslichtanteil in die Filialen. Durch den Einsatz der integralen Anlagen mit Wärmerückgewinnung benötigen unsere neuen Filialen und Logistikzentren keine fossilen Energieträger mehr. Zusätzlich reduziert der Einsatz von natürlichen Kältemitteln den Ausstoß von Treibhausgasen.  Die energieeffiziente Bauweise setzen wir in unseren Filialen und Logistikzentren der neuen Generation um.

Nachhaltige Mobilität mit ready4green

Um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, hat die Schwarz Mobility Solutions, der Mobilitätspartner der Schwarz Gruppe, rund um den Standort Heilbronn 2017 mit ready4green ein Programm für nachhaltige Mobilität geschaffen. Es ermöglicht allen Mitarbeitern, umweltschonend mobil zu sein. So können Mitarbeiter beispielsweise mithilfe der Mitfahr-App Twogo kostenlos Fahrgemeinschaften für den Weg zur Arbeit organisieren. Außerdem erhalten Lidl-Mitarbeiter ein vergünstigtes Monatsticket für den öffentlichen Nahverkehr.

 

 

 

 

Kunden haben an insgesamt neun Filialen die Möglichkeit, ihr Elektrofahrzeug an den eigenen E-Tankstellen mit Grünstrom zu betanken. Unser Ziel ist es, zukünftig jede neu eröffnete Filiale mit einer E-Ladesäule auszustatten sowie 20 Prozent Leerrohre als Vorbereitung für die anstehende gesetzliche Vergabe einzuplanen. Die baulichen Voraussetzungen schaffen wir dafür bereits heute.

 

 

Regionale Infrastruktur stärken30

Wir überprüfen unser Filialportfolio regelmäßig und orientieren uns bei der Planung von Neu- und Ersatzbauten sowie Modernisierungen an den Anforderungen unserer Kunden und Umweltstandards. Mit modernen, energieeffizienten Filialen sichern wir die Nahversorgung und schaffen eine notwendige Ergänzung des Angebots innerstädtischer Zentren.

30 GRI 203-1

Insbesondere in verdichteten Innenstadtlagen ist unser modernes Metropolkonzept, bei dem Einkaufen, Parken und Wohnen miteinander verbunden werden, zukunftsweisend. Mit einer effizienten Nutzung der begrenzt verfügbaren Flächen in Ballungszentren reagieren wir auf urbane Herausforderungen wie steigende Mieten und ein geringer werdendes Wohnungsangebot.

Darüber hinaus wurden im Zeitraum von 2015 bis 2017 bei Lidl Deutschland insgesamt sechs Logistikzentren und drei Fruchthöfe neu eröffnet.

 

 

Anzahl der Filialen, Neu- und Wiedereröffnungen GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Neueröffnungen292366
Wiedereröffnungen nach Modernisierung, Erweiterung oder Bake-Off-Um- und -Anbauten31164225251

31 Schließungszeitraum > 5 Tage

 

 

Mitarbeiter­verantwortung

Als Arbeitgeber sehen wir uns in der Verantwortung, attraktive Bedingungen und ein sicheres Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter zu schaffen. Ein gutes Arbeitsklima, respektvoller Umgang und motivierte Mitarbeiter sind uns sehr wichtig. Dazu gehören für Lidl auch die Einhaltung und Wahrung von Arbeitnehmerrechten, eine faire Vergütung und ein ausgewogenes Verhältnis von Berufs- und Privat­leben. Wir bestärken unsere Mitarbeiter darin, Verantwortung zu übernehmen, und fördern ihre Entwicklung.

2008 haben wir mit unseren Führungsleitlinien und Unternehmensgrundsätzen deutschlandweit einen einheitlichen Rahmen geschaffen. Wertschätzung und Vielfalt sind Bestandteil dieser Leitbilder. Sie gelten ausnahmslos für alle Mitarbeiter und jede Hierarchieebene. Ergänzt wurden diesen Leitlinien 2016 um das Führungsleitbild „High Five“.

Gesundheit, Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz haben ebenfalls einen großen und weiterhin wachsenden Stellenwert. Zuständig für Arbeitsschutzthemen ist die Abteilung Sicherheits- und Behördenmanagement. Sie ist mit der unternehmensweiten Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen und Unfallstatistiken, der Organisation des Brandschutzes sowie der Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen betraut.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) stellt sicher, dass die Gesundheit aller Mitarbeiter ab dem ersten Arbeitstag gefördert wird. Wir informieren und sensibilisieren unsere Mitarbeiter für das Thema und motivieren sie, aktiv zu werden. Dafür integrieren wir das Thema Gesundheit in bestehende Prozesse, holen uns Unterstützung durch externe Partner und bieten unseren Mitarbeitern regionale Ansprechpartner:

 

 

In jeder der 39 Regionalgesellschaften in Deutschland gibt es den Beauftragten für Mitarbeiter & Soziales (BM&S), der die Funktion des Gesundheitsmanagers und der Vertrauensperson innehat. Er ist aktiv in den Filialen und zum Teil in den Logistikzentren als Ansprechpartner für die Mitarbeiter präsent.

 

Der BM&S wird im Gesundheitsmanagement zunächst von externen Fachtrainern aus- und regelmäßig zu Fach- und Schwerpunktthemen weitergebildet. Um das Gesundheitsmanagement strategisch weiterzuentwickeln, widmen wir uns wechselnden inhaltlichen Schwerpunkten. Das Jahr 2017 stand unter dem Motto „Fehlzeitenmanagement“. Dabei wurden Probleme in ausgewählten Filialen und Abteilungen analysiert und anschließend Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitsstandes eingeleitet. Koordiniert werden alle Gesundheitsthemen durch den Bereich Mitarbeitergewinnung und -bindung. Am zentralen Verwaltungsstandort in Neckarsulm organisiert der Bereich die Gesundheitssprechstunden und Aktionen zur Gesundheitsprävention, berät die BM&S in den Gesellschaften und entwickelt Konzepte und Projekte zur Erhaltung und Förderung der Mitarbeitergesundheit.32

32 GRI 1033

 

Beschäftigung

Im Berichtszeitraum waren rund 79.000 Mitarbeiter bei Lidl beschäftigt, davon zählen 70.686 zur aktiven Belegschaft.33 21,8 Prozent der Mitarbeiter waren in Vollzeit angestellt. 99,8 Prozent unserer Mitarbeiter sind in unbefristeten Verträgen beschäftigt.

33 GRI 102-7

 

 

Gesamtbelegschaft Lidl34 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Gesamtbelegschaft3570.30669.91370.686
Filialen59.59959.48859.822
Logistikzentren 9.4829.1489.623
Verwaltung Deutschland1.2251.2771.241

34 GRI 102-7
35 Die Kennzahl weist alle am Stichtag eigenen, aktiven Mitarbeiter (ohne Langzeitabwesende) aus. Dazu zählen alle Angestellten in Voll- und Teilzeit, geringfügig Beschäftigte, Auszubildende, dual Studierende, Trainees, Entsendete vom Ausland sowie Mitarbeiter in der aktiven Phase ihrer Altersteilzeit. Die Angabe erfolgt unabhängig von einer zeitlichen Befristung als „Köpfe“ (Headcount).

 

 

Mitarbeiter nach Beschäftigungsart36 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Vollzeitbeschäftigte14.59914.93915.423
Weiblich6.0426.1136.158
Männlich8.5578.8269.265
Teilzeitbeschäftigte55.70754.97455.263
Weiblich46.34645.70445.720
Männlich9.3619.2709.543
Unbefristet beschäftigte Mitarbeiter3766.30166.47067.510
Weiblich50.34650.00950.272
Männlich15.95516.46117.238
Befristet beschäftigte Mitarbeiter38799260167
Weiblich332163103
Männlich4679764

36 GRI 102-8
37 Die Summe der befristeten und unbefristeten Mitarbeiter entspricht nicht der Summe aller aktiven Mitarbeiter. Die Differenz begründet sich aus Mitarbeitern mit Ausbildungsvertrag sowie aus Mitarbeitern, bei denen systemseitig keine Vertragsart hinterlegt ist.
38 Alle aktiven Mitarbeiter mit sachlich befristetem Vertrag oder Zeitvertrag. Die genaue Zahl der Mitarbeiter in Arbeitnehmerüberlassung ist nicht bekannt, da diese Information nicht zentral erfasst wird.

 

 

 

Vielfalt in Leitungsorganen und der Angestellten39 

39 GRI 405-1

 

 

Altersstruktur der Beschäftigten in Prozent GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
< 30 Jahre313029
≥ 30 < 50 Jahre575757
≥ 50 Jahre121314
Verteilung der Mitarbeiter nach Geschlecht in Prozent GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Weiblich757473
Männlich262627
Anteil ausländischer Mitarbeiter in Prozent GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Ausländische Mitarbeiter10,911,712,3
Verteilung leitender Angestellter40 in Prozent GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Nach Geschlecht
Weiblich262527
Männlich747673
Nach Altersgruppe
< 30 Jahre272326
≥ 30 < 50 Jahre656867
≥ 50 Jahre787

40 Mitarbeiter, die eine disziplinarische Führungsverantwortung tragen wie Verkaufs-, Abteilungs-, Bereichsleiter, Prokuristen sowie Geschäftsführer bzw. -leiter.

 

 

Neueinstellungen und Mitarbeiter­fluktuation

Im Jahr 2017 wurden 12.009 Personen neu eingestellt, davon waren 6.820 weiblich und 5.189 männlich. Das sind insgesamt 0,8 Prozent weniger Neueinstellungen als im Vorjahr. Die Fluktuationsrate am Ende des Berichtszeitraums lag bei 14,6 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte unter der Fluktuationsrate des Vorjahres.41 Um die Beweggründe der Arbeitnehmer für Kündigungen zu erfahren, führen wir regelmäßig anonymisierte Austrittsinterviews durch. Die Austrittsgründe werden im Anschluss analysiert und danach werden Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt.

41 GRI 401-1

 

 

Neueinstellungen41 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Neu eingestellte Mitarbeiter – gesamt12.62812.10012.009
Nach Standort
Filialen10.36910.1229.688
Logistikzentren2.0481.7312.100
Verwaltung Deutschland211247221
Nach Geschlecht
Weiblich7.4537.1536.820
Männlich5.1754.9475.189
Nach Altersgruppe
< 30 Jahre8.9698.6648.278
≥ 30 < 50 Jahre3.5153.2673.532
≥ 50 Jahre144169199
Mitarbeiterfluktuation in Prozent42 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Anteil der Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen haben43151515

42 Befristete Mitarbeiter bis zu sechs Monaten werden nicht berücksichtigt.
43 Wir berichten die Mitarbeiterfluktuation nicht aufgeteilt nach Altersgruppe, Geschlecht und Region (Bereich), da diese Zahlen für uns nicht wesentlich, da nicht steuerungsrelevant, sind. Die Kennzahl wird ohne befristete Arbeitsverhältnisse, Renteneintritte und Altersteilzeit ermittelt.

 

 

2017 haben insgesamt 7.361 Mitarbeiter Elternzeit in Anspruch genommen. Eine deutliche Steigerung von 13,4 Prozent konnten wir vor allem bei den Vätern feststellen, die Elternzeit in Anspruch nahmen.44

44 GRI 401-3

 

 

Mitarbeiter in Elternzeit45, 46 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Anzahl Mitarbeiter mit Anspruchnahme der Elternzeit 6.5587.1427.361
Weiblich6.1686.6576.811
Männlich390485550
Anzahl der Rückkehrer nach Elternzeit 2.5752.9643.060
Weiblich2.2442.5312.570
Männlich331433490
Anzahl der Rückkehrer und noch beschäftigt nach 12 Monaten 2.3112.66547
Weiblich2.0262.294
Männlich285371
Verbleibsrate in Prozent48
Weiblich909149
Männlich8686

45 GRI 401-3
46 Da Mitarbeiter keine Auskunftspflicht haben, kann die Anzahl der Mitarbeiter mit Anspruch auf Elternzeit nicht ermittelt werden. Eine Rückkehrrate der Mitarbeiter aus Elternzeit kann nicht angegeben werden, da nicht zentral erfasst wird, ob mit einem Mitarbeiter die Rückkehr an den Arbeitsplatz vereinbart war. Hier wird geprüft, ob die Kennzahl zukünftig erhoben werden kann.
47 Anzahl kann erst Ende GJ 2018 erhoben werden.
48 Die Verbleibsrate berechnet sich durch die Gesamtzahl der Angestellten, die zwölf Monate nach ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz nach der Elternzeit noch beschäftigt waren, im Verhältnis zur Gesamtzahl der Angestellten, die in den Vorjahren nach der Elternzeit an den Arbeitsplatz zurückgekehrt sind.
49 Rate kann erst ab Ende GJ 2018 erhoben werden.

 

 

Arbeitssicherheit und Gesundheits­förderung50

Wir wissen, dass die Arbeit unsere Mitarbeiter körperlich beansprucht und manchmal herausfordernd ist. Um die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern, setzen wir im ganzen Unternehmen verstärkt auf präventive Maßnahmen. Hinsichtlich der Arbeitssicherheit werden ausgewählte Mitarbeiter zu Brandschutzhelfern, Brandschutzbeauftragten, Sicherheitsbeauftragten, Ersthelfern und Fachkräften für Arbeitssicherheit ausgebildet und eingesetzt. Dadurch stellen wir eine funktionierende Arbeitsschutzorganisation sicher und binden unsere Mitarbeiter aktiv ein. Das fördert Verständnis sowie Akzeptanz und bietet die Möglichkeit, aktiv an der Weiterentwicklung unserer Arbeitsschutzorganisation mitzuwirken.

50 GRI 103

Durch regelmäßige Unterweisungen klären wir alle Mitarbeiter über mögliche Gefahren im Arbeitsumfeld auf: Sie profitieren von Rückenschulungen, Grippeschutzimpfungen, Schulungen zu Kassen- beziehungsweise Bürostuhleinstellungen, Arbeitsplatzbegehungen sowie Schulungen zum richtigen Heben und Tragen. Um Erkrankungen bei den Mitarbeitern in den Filialen vorzubeugen, gehören ergonomische Kassenstühle zum Lidl-Standard. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die Betriebsärzte unterstützen uns bei der Gestaltung der Arbeitsplätze und Umgebungsbedingungen.

Ergänzend zu den Maßnahmen am Arbeitsplatz bieten wir regelmäßig Firmenläufe, Sportveranstaltungen oder Gesundheitstage an. Beim Corporate Health Award 2016 war Lidl mit diesem Engagement unter den Finalisten und zählte zu den zehn „gesündesten“ Unternehmen in Deutschland.

Ist ein Mitarbeiter krankheitsbedingt längere Zeit nicht arbeitsfähig, unterstützt Lidl durch ein betriebliches Eingliederungsmanagement beim beruflichen Wiedereinstieg. Fälle anerkannter Berufskrankheiten sind uns nicht bekannt: Im Zuge von Verfahren zu Berufskrankheiten wurden bisher keine Krankheiten festgestellt, die auf die Beschäftigung bei Lidl zurückzuführen sind. Berufskrankheiten werden daher nicht erhoben.51

51 GRI 403-3

Trotz aller Präventionsmaßnahmen lassen sich Unfälle leider nicht gänzlich vermeiden. Im Berichtszeitraum sind sie leicht um 1,9 Prozent auf 3.752 gestiegen. Dabei erfassen wir Arbeitsunfälle bereits ab einem Ausfalltag gemäß internationalen Unternehmensvorgaben. Die Anzahl der Unfälle pro 1.000 Vollzeitäquivalente (Full Time Equivalent, FTE) sank im Berichtszeitraum leicht von 86,6 auf 86,3. Gegenüber dem Geschäftsjahr 2015 konnten wir die Unfallquote um elf Unfälle pro 1.000 FTE senken.

Alle Dienstleister von Lidl sind dezentrale Vertragspartner, weswegen keine quantitativen Mitarbeiterdaten zu Unfallraten, Ausfalltagen und Todesfällen bei unseren Partnern vorliegen.

 

 

Anzahl der Unfälle52, Ausfalltage und Todesfälle53 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Gesamt
Unfälle4.0973.6833.752
Weiblich3.1292.7432.801
Männlich 968940951
Ausfalltage49.09845.24342.176
Weiblich39.02934.48232.590
Männlich 10.06910.7619.586
Todesfälle000
Weiblich000
Männlich 000
Filialen
Unfälle3.5193.1173.190
Weiblich2.9162.5492.598
Männlich 603568592
Ausfalltage43.64039.21636.980
Weiblich36.94032.47930.631
Männlich 6.7006.7376.349
Todesfälle000
Weiblich000
Männlich 000
Logistikzentren
Unfälle564538542
Weiblich199172188
Männlich 365366354
Ausfalltage5.3715.8865.117
Weiblich2.0021.9191.904
Männlich 3.3693.9673.213
Todesfälle000
Weiblich000
Männlich 000
Verwaltung Deutschland
Unfälle142820
Weiblich142215
Männlich 065
Ausfalltage8714179
Weiblich878455
Männlich 05724
Todesfälle000
Weiblich000
Männlich 000
1.000-Mann-Quote Gesamt97,386,686,3
Filialen99,286,587
Weiblich111,596,697,8
Männlich 64,558,958,5
Logistikzentren104101,898,6
Weiblich106,896,7103,2
Männlich 102,5104,496,3
Verwaltung Deutschland11,923,115,3
Weiblich20,631,520
Männlich 011,79

52 Verletzungen werden unter dem Begriff „Unfall“ berichtet. Kleine Verletzungen (sog. Bagatellunfälle) werden nicht in den Bericht aufgenommen. Unfälle ohne Ausfalltage (Kalendertage) gelten als Bagatellunfälle. Als Ausfalltage
werden Arbeitstage (i.d.R. Mo.–Sa.)
gezählt, der Unfalltag zählt nicht dazu
(≥ 1 Kalendertag Ausfall). Mitarbeiter aus Arbeitnehmerüberlassung und Fremdfirmen sowie selbstständige Fremdfirmen und selbstständige Auftragnehmer können nicht berichtet werden. Die Art der Verletzung berichten wir aus Datenschutzgründen nicht.
53 GRI 403-2

 

 

Vielfalt und Life-Balance

Als Teil eines internationalen Handelsunternehmens beschäftigen wir Mitarbeiter mit unterschiedlicher kultureller oder ethnischer Herkunft. Deren Fähigkeiten und Ideen schätzen wir und sind stolz darauf, Mitarbeiter aus über 110 Nationen zu beschäftigen. Für Lidl ist es selbstverständlich, ein Arbeitsumfeld zu bieten, das allen Mitarbeitern – unabhängig von Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Herkunft, geistigen und körperlichen Fähigkeiten, sexueller Orientierung sowie Religion – Respekt entgegenbringt. Jeder hat bei uns die gleichen Chancen, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln. Mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt im Jahr 2008 bekennt sich Lidl klar zu Fairness und Wertschätzung und verpflichtet sich, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen und Ausgrenzung ist.54

Diskriminierung jeglicher Art wird im Unternehmen nicht geduldet. Dafür sensibilisieren wir unsere Mitarbeiter durch unsere für alle gültigen Unternehmensgrundsätze und das Führungsleitbild. Wertschätzung und Vielfalt sind darin zentrale Bestandteile. Zudem hat sich Lidl als eines von zwölf Unternehmen an der Pilotinitiative „Gleichbehandlungscheck“ der Antidiskriminierungsstelle des Bundes beteiligt. Ziel der Initiative ist die Etablierung eines Analyseinstrumentariums: Benachteiligungen im Arbeitsleben sollen durch systematische Überprüfungen des Personalwesens sichtbar werden.

In den Unternehmensgrundsätzen heißt es:
„Wir respektieren die Vielfalt der Kulturen und erkennen die Verschiedenheit ihrer Werte und Traditionen an. […] Wir begegnen jedem wertschätzend und vorurteilsfrei, respektieren die Persönlichkeit unserer Mitarbeiter und all ihre Fähigkeiten. Wir leben einen respektvollen Umgang miteinander vor und fordern diesen von unseren Mitarbeitern ein.“54

54 GRI 103

 

 

 

Im Berichtszeitraum lag dennoch ein Fall vor, in dem sich ein Bewerber im Rahmen des Recruitingprozesses aufgrund von Alter und Schwerbehinderung diskriminiert fühlte. Dieser Sachverhalt wurde gütlich und einvernehmlich beigelegt.55

55 GRI 406-1

Um effizient arbeiten zu können, ist ein privater Ausgleich wichtig. Gemäß unserem Führungsleitbild „High Five“ sollen Arbeitszeit- und Rahmenbedingungen für Mitarbeiter geschaffen werden, die ihnen die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit ermöglichen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir verschiedene Maßnahmen implementiert, die dafür sorgen, dass dieser Grundsatz in der Praxis auch gelebt wird. Zudem bieten wir unseren Mitarbeitern flexible Arbeitszeitmodelle. Tarifliche Mitarbeiter können beispielsweise im Rahmen der tariflichen Regelungen entscheiden, ob angefallene Mehrarbeit ausbezahlt oder in Form von Freizeit abgegolten werden soll. Zudem haben Mitarbeiter mit langjähriger Betriebszugehörigkeit die Möglichkeit eines Sabbaticals, um eine Auszeit vom Berufsleben zu nehmen und mehr Zeit für sich und ihre Familien zu haben. Während dieser Zeit wird die Betriebszugehörigkeit nicht unterbrochen. Bei der Rückkehr hat der Mitarbeiter Anspruch, seine bisherige Tätigkeit wieder aufzunehmen.


 

 

Arbeitnehmerrechte und faire Vergütung

Eine faire Vergütung ist eine der Grundlagen für ein vertrauensvolles und wertschätzendes Arbeitsverhältnis. Bei Lidl ist diese durch ein Vergütungssystem unter Anwendung der einschlägigen Tarifverträge gewährleistet. Lidl ist mit allen Vertriebs- und Lagergesellschaften Mitglied der Arbeitgeberverbände und tarifgebunden. Die betreffenden Tarifverträge des Einzelhandels geben Transparenz und Verbindlichkeit bezüglich der Entgelte – auch bezüglich einer geschlechtsunabhängigen Bezahlung. Intern folgen wir einem Stufenmodell zur Vergütung von Abteilungsleitern und Führungskräften. Diese Regelung ist unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, sexueller Identität, Weltanschauung, Religion oder Behinderung der Mitarbeiter.56

56 GRI 405-2

76.680 Lidl-Mitarbeiter waren 2017 von einem Tarifvertrag und/oder einer Betriebsvereinbarung erfasst (Geschäftsjahr 2016: 75.908). Dies sind mit rund 97 Prozent nahezu alle der 79.000 Mitarbeiter. Derzeit gelten über 30 Betriebsvereinbarungen bei Lidl.57

57 GRI 102-41

Bereits seit einigen Jahren zahlt Lidl einen Mindestlohn, der über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. Seit 1. März 2017 gehen wir noch einen Schritt weiter. Alle Lidl-Mitarbeiter – ob Voll- oder Teilzeit – erhalten einen Mindestlohn von mindestens zwölf Euro pro Stunde. Darüber hinaus wird durch eine Zulage sichergestellt, dass alle Mitarbeiter eine übertarifliche Bezahlung erhalten.

Zudem hat Lidl den im Jahr 2017 von den Tarifvertragsparteien erzielten Tarifabschluss im Einzelhandel, welcher eine Erhöhung der Tarifgehälter von 2,3 Prozent für das Jahr 2017 und 2,0 Prozent für das Jahr 2018 vorsah, um 0,7 Prozent Punkte im Jahr 2017 und 1,0 Prozent Punkt im Jahr 2018 auf jeweils 3 Prozent erhöht.

Um auch für die Zukunft vorzusorgen, zahlt Lidl allen tariflichen Mitarbeitern ab dem siebten Monat Betriebszugehörigkeit automatisch eine Altersvorsorge von jährlich 300 Euro (Teilzeit anteilig) in eine Pensionskasse ein. Lidl verzichtet dabei auf den ausdrücklich im Tarifvertrag vorgesehenen und vom Mitarbeiter zu stellenden schriftlichen Antrag.

Wir setzen auf einen offenen Austausch mit unseren Mitarbeitern und einen schnellen Informationsfluss. Eine Mindestmitteilungspflicht ist jedoch nicht prozessual verankert. Soweit Betriebsräte beispielsweise über Betriebsänderungen zu informieren sind (§§ 111 ff. Betriebsverfassungsgesetz), werden sie unverzüglich kontaktiert, sodass die Mitbestimmungsrechte gewahrt bleiben.58

58 GRI 402-1

Die „Beauftragten für Mitarbeiter & Soziales“ (BM&S) sind vertrauenswürdige Ansprechpartner, an die sich jeder Mitarbeiter bei Problemen, Sorgen oder Konfliktfällen wenden kann.59

59 GRI 102-17

 

 

Attraktiver Arbeitgeber

Eine vorausschauende Personalplanung ist gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und angesichts des demografischen Wandels besonders wichtig. Im Wettbewerb um die talentiertesten Bewerber fällt unserer Attraktivität als Arbeitgeber eine zentrale Rolle zu. 

 

Ausbildung

Mitarbeiterentwicklung ist eine zentrale Führungsaufgabe bei Lidl. Schwerpunkt ist es, Talente zu identifizieren und individuell zu fördern, um Mitarbeiter langfristig zu binden und ihnen Perspektiven im Unternehmen aufzuzeigen. Das Talent Management umfasst einen systematischen, ganzjährigen Prozess mit Leistungsbeurteilungen, einer Potenzialeinschätzung und Weiterbildungsmaßnahmen. Ergänzt wird das Talent Management durch weitere Maßnahmen wie das Programm International Job Rotation. Aufgrund des Engagements von Lidl gehören wir zu den Toparbeitgebern Deutschlands und erhielten den Titel Great Place to Work 2017.60



2017 wurde Lidl als Great Place to Work ausgezeichnet.

Weitere Informationen zu Great Place to Work finden Sie hier.


60 GRI 103

 

 

 

 

 

 

Im Arbeitsfeld Mitarbeitergewinnung und -bindung des Personalbereichs werden Konzepte zur Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung erarbeitet. Als Informationsgrundlage dienen die regelmäßig durchgeführten Mitarbeiterbefragungen und -interviews und die Erkenntnisse aus den HR-Zertifizierungen. Der Bereich Personalentwicklung ist für Aus- und Weiterbildung und das Talent Management zuständig.

 

 

Jeder neue Mitarbeiter erhält eine ausführliche Einarbeitung, in der auch die Lidl-Werte sowie das Leitbild vermittelt werden. Für eine zielführende Gestaltung erhalten die Mitarbeiter einen individuellen Einarbeitungsplan und werden von einem Paten und einem fachlichen Ausbilder betreut. Letztere werden durch das Seminar „Qualifizierung fachlicher Ausbilder“ auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Berufseinsteiger erhalten bei Lidl vielfältige Ausbildungsangebote in rund 20 verschiedenen Berufsbildern. Dabei stehen ihnen diverse Formate zur Verfügung – Ausbildung, Abiturientenprogramm und duales Hochschulstudium. Teilnehmer der Ausbildungsprogramme durchlaufen ein umfangreiches Programm, das Theorie und Praxis durch interne Schulungen, Seminare und Projekte sowie externe Workshops vereint. Zusätzlich steht den Teilnehmern eine digitale Lernplattform zur Verfügung. In der überwiegenden Zahl der Fälle übernimmt Lidl die Teilnehmer der Ausbildungsprogramme in weiterführende Beschäftigungsverhältnisse.

Im Geschäftsjahr 2017 absolvierten insgesamt 3.374 Mitarbeiter ihre Ausbildung oder ein duales Studium bei Lidl.

 

 

Anzahl der Auszubildenden und dual Studierenden61 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Gesamt3.3763.4803.374
Auszubildende/Teilnehmer Abiturienten-Programm3.0443.1273.061
Dual Studierende332353313

61 GRI 404-1

 

 

Damit sie den schulischen Anforderungen in der dualen Ausbildung gerecht werden können, unterstützt Lidl alle Auszubildenden mit zusätzlichen Seminarangeboten und gezielten Prüfungsvorbereitungskursen. Regelmäßige Seminare zum Gesundheitsschutz gehören ebenfalls zu unserem Angebot.

 

Weiterbildung und Mitarbeiter­entwicklung

Das Lidl-Kompetenzmodell bildet den Rahmen für die Mitarbeiterentwicklung. Im Talent Managementprozess werden alle Mitarbeiter mit Führungs- oder Schichtverantwortung in einer Potenzialbesprechung vorgestellt und erörtert. Sie erhalten in einem Feedback-und-Entwicklungs-Gespräch individuelle Rückmeldung zu ihren Leistungen im vergangenen Jahr und erarbeiten gemeinsam mit ihren Vorgesetzten einen Entwicklungsplan, der mit entsprechenden Maßnahmen hinterlegt ist. In einem Halbjahresgespräch tauschen sich Mitarbeiter und Vorgesetzter über den aktuellen Entwicklungsstand aus und definieren bei Bedarf weitere Entwicklungsmaßnahmen.

Insgesamt wurden 14.059 Mitarbeiter in die Potenzialgespräche im Geschäftsjahr 2017 einbezogen. Das entspricht 19,9 Prozent der Belegschaft.62 Die Anzahl der durchgeführten Feedback- und Entwicklungsgespräche kann zurzeit nicht eindeutig gemessen werden, da der Prozess deutschlandweit nicht einheitlich dokumentiert wird. Durch die Digitalisierung des Prozesses im Talent Management für Führungskräfte mittels „SAP SuccessFactors“ kann die Durchführung perspektivisch dokumentiert werden.

62 GRI 404-3

 

 

Zahl der Mitarbeiter, die in Potentialgespräche einbezogen wurden63 GJ 2017
Gesamt14.059
Weiblich8.925
Filialen8.777
Logistikzentren28
Verwaltung Deutschland120
Männlich5.134
Filialen4.632
Logistikzentren242
Verwaltung Deutschland260

63 Daten wurden erstmals für das Kalenderjahr 2017 erhoben.

 

 

Alle weiteren Mitarbeiter erhalten im Rahmen des Talent Managements ebenfalls ein Feedback von ihrer Führungskraft und werden in ihrer Entwicklung individuell unterstützt.

Bei der Wahl der Fortbildungsmaßnahmen können die Mitarbeiter und Führungskräfte auf ein umfangreiches Weiterbildungsangebot aus Präsentationen, Schulungen, Seminaren, Trainings, Workshops und E-Learnings zurückgreifen. Mitarbeitern in den Filialen und in den Logistikzentren steht ein Terminal mit verschiedenen E-Learnings zur Verfügung, um sich on the job, also direkt am Arbeitsplatz, fachlich weiterzubilden. Die Toolbox „Personalentwicklung“ befähigt Führungskräfte, ihre Mitarbeiter in den einzelnen Kompetenzfeldern zu entwickeln. Off the job bieten wir unseren Mitarbeitern einen breit gefächerten Seminar- und Schulungskatalog. Darin enthalten sind Fachkonzeptschulungen, die von externen Fachreferenten oder Vertretern der zentralen Fachbereiche moderiert werden. Ergänzend dazu führen externe Trainer oder die Aus- und Weiterbildungsleiter Seminare durch. Spezielle Programme zur Übergangshilfe können wir derzeit nicht anbieten.64

64 GRI 404-2

Mit der Einführung des neuen Führungsleitbildes „High Five“ 2016 wurde die Rolle der Führungskraft im Rahmen der Personalentwicklung und Mitarbeiterqualifizierung weiter gestärkt und in den Vordergrund gerückt. Die Qualifizierung der Mitarbeiter findet dadurch vermehrt on the job durch die Führungskraft statt. Durch die damit einhergehende Optimierung von Präsenzveranstaltungen hin zu Maßnahmen on the job und digitalen Lernformaten sowie die Minimierung von redundanten Veranstaltungen verringerte sich die Anzahl der Teilnahmen an Weiterbildungsmaßnahmen im Berichtszeitraum um 4,3 Prozent auf 9.993. Über die durchschnittlichen Aus- und Weiterbildungsstunden pro Mitarbeiter berichtet Lidl nicht, da diese Angaben nicht steuerungsrelevant und damit nicht wesentlich sind.

 

 

 

Anzahl der Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen65 GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Gesamt11.05910.4379.993
Weiblich4.8414.7834.747
Filialen4.2854.0314.142
Logistikzentren93285203
Verwaltung Deutschland463467402
Männlich6.2185.6545.246
Filialen5.1744.6554.287
Logistikzentren457533528
Verwaltung Deutschland587466431

65 GRI 404-1
Erhobene Weiterbildungsmaßnahmen beziehen sich nicht auf gesetzliche Pflichtschulungen, Ausbildung der Ausbilder-Seminare und on the Job Schulungsmaßnahmen.

 

 

Verteilung der Weiterbildungsteilnehmer auf Mitarbeiterkategorien in Prozent GJ 2015 GJ 2016GJ 2017
Tarifbeschäftigte787778
Außertariflich Beschäftigte und leitende Angestellte222322
AUTO-SCROLL PAUSE