Fortschritts­bericht
zur Nachhaltigkeit bei Lidl
Geschäftsjahr 2018

„Wir richten unsere ­gesamte Wertschöp­­­fungs­­­kette an dem Ziel aus, nachhaltigster ­Discounter in Deutschland zu werden.“

Matthias Oppitz
Vorsitzender der Geschäftsleitung Lidl Deutschland

 

Nachhaltigkeit ist Teil der Lidl-DNA. Vergangenes Jahr ­haben wir den ersten Nachhaltigkeitsbericht „Heute für morgen handeln“ veröffentlicht und unsere Leistungen transparent gemacht. Ein Jahr später lohnt es sich, einen Blick auf die Fortschritte zu werfen, die wir bei der Umsetzung unserer Strategie für ein besseres Morgen erzielen. Lidl und Bioland sind eine spannende Partnerschaft eingegangen, die eine lebenswerte Zukunft fest im Blick hat. Auch unsere Partner von Save the Children kommen in dem Fortschrittsbericht zu Wort. Zudem beleuchten wir, wie sich die Reduktionsstrategie bei Zucker und Salz sowie der branchenweit einzigartige Recyclingkreislauf unserer PET-Getränkeflaschen entwickelt. Wir wollen heute für morgen handeln. Lidl lohnt sich – wie auch das Lesen des Fortschrittsberichts. 

Lidl-Nachhaltig­keits­­strategie 2030

Wir wollen der nachhaltigste Discounter Deutschlands werden. Damit wir dieses Ziel erreichen, reden wir nicht nur über wesentliche Herausforderungen, sondern handeln – und das täglich. Entlang von vier Wertschöpfungsstufen haben wir Ziele bis 2030 abgeleitet und mit Maßnahmen sowie Kennzahlen ­hinterlegt. Nachfolgend eine Auswahl an kurz- und langfristigen Zielen, die wir in den kommenden Jahren erreichen wollen:

ROHSTOFFE UND LANDWIRTSCHAFT

Tierwohl steigern – Vielfalt fördern

NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT
Wir wollen ab 2030 ausgewählte landwirtschaft­liche ­Rohstoffe aus nach­­hal­tiger Erzeugung beziehen.
Mind. 10 % des Festsortiments in Bio- bzw. Bioland-Qualität bis 2025, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern
ARTENVIELFALT
Wir wollen bis 2025 Artenvielfalt und -schutz zusammen mit Partnern fördern und langfristig mehr Lebensraum schaffen.
Gemeinsam mit Partnern Erhöhung des Lebensraums für Insekten insgesamt sowie bei Lieferanten und Produzenten auf 5 Mio. Quadratmeter bis 2025

LIEFERKETTE UND VERARBEITUNG

Ressourcen schonen – Fairness leben

WENIGER PLASTIK & MEHR RECYCLING
Wir wollen bis 2030 die Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen bei der Erzeugung und Produktion sowie bei dem Gebrauch und der Entsorgung unserer Produkte verbessern.
20 % Reduktion des Plastikeinsatzes bei unseren Eigenmarken bis 2025

Um Plastik zu reduzieren, setzen wir schon in den Lieferketten an. Bei unseren Eigenmarken wie z.B. der „Saskia“-Flasche optimieren ­wir unsere eigenen Prozesse.

100 % Recyclingfähigkeit bei Kunststoff­verpackungen der Eigenmarken bis 2025

BETRIEB UND PROZESSE

Effizienz steigern – Mitarbeiter fördern

LEBENSMITTEL
Wir reduzieren bis 2025 die Lebensmittelverschwendung um 30 %.
Reduzierung des organischen Abfalls um 30 % bis 2025
MITARBEITER FÖRDERN
Wir verankern bis 2022 die stetige persönliche Weiter­entwicklung fest in unserer Unternehmens­kultur, sodass alle Mitarbeiter bestmögliche Ergebnisse bei ihren Aufgaben erreichen können.
Zugang für alle Mitarbeiter zu spezifischen Qualifizierungs- und/oder Weiterbildungsmöglichkeiten
KLIMASCHUTZ
Wir wollen bis 2030 alle unsere Immobilien klima­neutral betreiben.
Ausschließlicher Einsatz von ­natürlichen Kältemitteln in allen Kältekomponenten bis 2030

KUNDEN UND GESELLSCHAFT

Transparenz schaffen – Verantwortung leben

BEWUSSTE ERNÄHRUNG
Wir wollen bis 2025 der Discounter sein, der seinen Kunden das beste Angebot für eine bewusste und nachhaltige Lebensweise macht.
Bis 2025 absatzgewichtete Reduzierung von zugesetztem Zucker und Salz im Eigenmarkensortiment um 20 %
CHANCENGERECHTIGKEIT
Wir wollen bis 2025 der Discounter sein, der sich aktiv und vor Ort in Deutschland für mehr Chancengerechtigkeit einsetzt.
strategie_ani
Förderung der Ernährungsbildung bei Kindern, Jugendlichen und Familien bis 2022

Unser Fortschritt 2018

Wie weit wir auf unserem Weg hin zum nachhaltigsten Discounter Deutschlands schon gekommen sind, kommunizieren wir jährlich transparent. Dabei orientieren wir uns auch in diesem Jahr wieder an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Hier ein Update unserer wichtigsten, steuerungsrelevanten Kennzahlen:

Betrieb und Prozesse

Energie und Emissionen

 

 

Der Gesamtenergieverbrauch ist
um 3,2 Prozent gesunken.

Der Anteil erneuerbarer Energien ist um 57,3 Prozent gestiegen – insbesondere durch 85 neue Aufdach-PV-Anlagen.

Die Summe der THG-Emissionen ist
um 3,6 Prozent gesunken.

Direkter Energieverbrauch nach Primärquellen in Megawattstunden (MWh)1, 2GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Direkter Energieverbrauch 258.099257.886262.639
Erdgas239.941236.337241.049
Flüssiggas31.5841.5841.584
Heizöl9.0139.0156.942
Dieselkraftstoffe47.1837.0446.920
Erneuerbare Quellen (Fotovoltaik)53793.9076.144
Indirekter Energieverbrauch 1.097.1031.088.2281.041.225
Elektrische Energie (Strom)1.090.5231.081.7681.034.885
Fernwärme6.5806.4606.340
Summe direkter und indirekter Energieverbrauch61.355.2031.346.1141.303.864
Verkauf erneuerbarer Energieträger73.4533.5703.9658
Gesamtenergieverbrauch innerhalb der Organisation1.351.7501.342.5441.299.898

1 GRI 302-1
2 Nicht enthalten im direkten und indirekten Energieverbrauch ist die Lidl-Dienstwagenflotte. Derzeit liegt zur Berechnung keine belastbare Datenbasis vor. Eine zukünftige Berechnung wird aktuell von Lidl Deutschland geprüft.
3 Hochrechnung auf Basis von Vorjahreswerten, da aktuelle Werte nicht verfügbar sind
4 Hochrechnung des Dieselverbrauchs der Notstromaggregate anhand eines Beispiels
5 Die Kennzahl weist die Differenz zwischen Produktion und Einspeisung durch die Fotovoltaikanlagen (Eigenverbrauch) aus.
6 1 Terajoule | 0,2778 GWh, 1 Megajoule/m² | 0,2778 kWh/m² 
7 Die Kennzahl weist die Differenz zwischen Produktion und Eigenverbrauch durch die Fotovoltaikanlagen (Überschusseinspeisung beim Netzbetreiber) aus.
8 Hochrechnung, da für das Geschäftsjahr 2018 die Werte für den Monat Februar noch nicht vorliegen.

Gerundete Werte, leichte Abweichungen in der Summenbildung möglich. 

Energieintensitätsquotienten der Organisation9, 10GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Energieverbrauch in MWh1.355.2031.346.1141.303.864
Flächen in m²6.024.1936.183.4426.281.297
Energieintensitätsquotient in kWh/m²225,0217,7207,6

9 GRI 302-3
10 Einbezogene Energiearten (innerhalb der Organisation): elektrische Energie, Erdgas, Flüssiggas, Heizöl, Fernwärme, Diesel und Fotovoltaikeigenverbrauch; für die Berechnung des Energieintensitätsquotienten wird der absolute Energieverbrauch innerhalb der Organisation durch die absolute Gesamtfläche der Unternehmensbereiche geteilt.

Direkte und indirekte THG-Emissionen in t CO₂-Äquivalent (Scope 1 und 2)11, 12GJ 2016GJ 2017¹³GJ 2018
Scope 1 – direkte THG-Emissionen53.50852.73953.098
Erdgas48.70847.97648.933
Flüssiggas14361361361
Heizöl2.4452.4461.884
Kraftstoff (Diesel)1.9941.9551.921
Scope 2 – indirekte THG-Emissionen399.025339.101324.444
Elektrische Energie397.406337.512322.88415
Fernwärme1.6191.5891.560
Summe THG-Emissionen452.533391.839377.542

11 GRI 305-1
    GRI 305-2
12 Gerundete Werte, leichte Abweichungen in der Summenbildung möglich. Quellen der Umrechnungsfaktoren: Strom 2016 Strommix EVU, IEA 2017, 2018: Länderübergreifender Strommix; Erdgas: IPCC 2006; Fernwärme: Berechnung Ifeu 2016; Heizöl und Diesel: Faktor basierend auf IPCC 2006 mit Charakterisierungsfaktoren aus IPCC 2013, umgerechnet auf Liter; Flüssiggas: IPCC 2006 Vol. 2 Energy, Mobile Combustion
13 Anpassung der Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Nachhaltigkeitsbericht 2016-2017, da die entsprechenden Daten nun vorliegen und die Hochrechnungen mit dem bundesdeutschen Durchschnitt ersetzen.
14 Ohne biogene Gase
15 Hochrechnung auf Basis der Vorjahreswerte

Intensität der THG-Emissionen16, 17GJ 2016GJ 201713GJ 2018
Summe THG-Emissionen in t CO₂-Äquivalent452.533391.839377.542
Flächen in m²6.024.1936.183.4426.281.297
Intensität der THG-Emissionen kg CO₂-e/m²75,163,460,1

16 GRI 305-4
17 Einbezogene Energiearten (innerhalb der Organisation): elektrische Energie, Erdgas, Flüssiggas, Heizöl, Fernwärme, Diesel und PV-Eigenverbrauch

 

 

Abfall

 

 

In den Filialen gab es
3,5 Prozent weniger Abfall.

Abfall nach Standort und Entsorgungsmethode in Tonnen (t)18GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Gesamtabfallmenge532.048545.079576.492
Filialen
Gesamt Filialen249.862247.349238.606
Abfälle zur Verwertung11.67011.35912.752
Abfälle zur Beseitigung1.9511.7901.731
Abfälle zur stofflichen Verwertung (Papier, Pappe, Karton)236.241234.200224.123
Logistikzentren
Gesamt Logistikzentren282.101297.634337.791
Abfälle zur Verwertung10.3909.79710.349
Abfälle zur stofflichen Verwertung220.624227.622254.390
Papier, Pappe, Karton89.43599.823117.195
Folie transparent9.3528.5709.150
Bunte Kunststoffe3.0363.9634.395
Altbrot8.0288.1889.216
Glas15.01813.16915.082
Schrott5.4664.4944.856
Flurförderzeuge (FFZ-) Batterien460448508
Holz7.5704.9705.581
PET81.49083.14087.403
Textilien7698571.004
Abfälle zur energetischen Verwertung (organische Abfälle19)51.08760.21573.052
Sonderentsorgungen (gefährliche Abfälle)Derzeit keine Erfassung der einzelnen Mengen vonseiten des Dienstleisters.
Verwaltung Deutschland
Gesamt Verwaltung Deutschland859795
Abfälle zur Verwertung675856
Abfälle zur stofflichen Verwertung (Papier, Pappe, Karton, PET20)183939

18 GRI 306-2
19 Zahl der gesamten nicht mehr für den Verzehr geeigneten und aus den Filialen zurückgeführten Mengen an Obst und Gemüse sowie Fleisch- und Molkereiprodukte.
20 PET nur 2017 erfasst.

Mitarbeiterstruktur

 

 

5,8 Prozent mehr
Mitarbeiter waren bei Lidl beschäftigt.

Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ist
um 6,6 Prozent gestiegen.

Gesamtbelegschaft LIDL21GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Gesamtbelegschaft2269.91370.68674.788
Filialen59.48859.82262.727
Logistikzentren9.1489.62310.671
Verwaltung Deutschland1.2771.2411.390

21 GRI 102-7
22 Die Kennzahl weist alle am Stichtag eigenen, aktiven Mitarbeiter (ohne Langzeitabwesende) aus. Dazu zählen alle Angestellten in Voll- und Teilzeit, geringfügig Beschäftigte, Auszubildende, dual Studierende, Trainees, Entsendete vom Ausland sowie Mitarbeiter in der aktiven Phase ihrer Altersteilzeit. Die Angabe erfolgt unabhängig von einer zeitlichen Befristung als „Köpfe“ (Headcount).

Mitarbeiter nach Beschäftigungsart23GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Vollzeitbeschäftigte14.93915.42316.434
Weiblich6.1136.1586.433
Männlich8.8269.26510.001
Teilzeitbeschäftigte54.97455.26358.354
Weiblich45.70445.72047.702
Männlich9.2709.54310.652
Unbefristet beschäftigte Mitarbeiter2466.47067.51071.638
Weiblich50.00950.27252.656
Männlich16.46117.23818.982
Befristet beschäftigte Mitarbeiter25260167186
Weiblich16310395
Männlich976491

23 GRI 102-8
24 Die Summe der befristeten und unbefristeten Mitarbeiter entspricht nicht der Summe aller aktiven Mitarbeiter. Die Differenz begründet sich aus Mitarbeitern mit Ausbildungsvertrag sowie aus Mitarbeitern, bei denen systemseitig keine Vertragsart hinterlegt ist.
25 Alle aktiven Mitarbeiter mit sachlich befristetem Vertrag oder Zeitvertrag. Die genaue Zahl der Mitarbeiter in Arbeitnehmerüberlassung ist nicht bekannt, da diese Information nicht zentral erfasst wird.

Vielfalt in Leitungsorganen und bei den Angestellten26GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Altersstruktur der Mitarbeiter in Prozent
< 30 Jahre30,028,629,0
≥ 30 < 50 Jahre56,857,056,1
≥ 50 Jahre13,214,414,9
Verteilung der Mitarbeiter nach Geschlecht in Prozent
Weiblich74,173,472,4
Männlich25,926,627,6
Anteil ausländischer Mitarbeiter in Prozent
Ausländische Mitarbeiter11,712,313,0
Verteilung der leitenden Angestellten nach Geschlecht in Prozent
Weiblich24,526,627,5
Männlich75,573,472,5
Altersstruktur der leitenden Angestellten in Prozent
< 30 Jahre23,326,227,2
≥ 30 < 50 Jahre68,366,866,3
≥ 50 Jahre8,47,06,4

26 GRI 405-1

Neueinstellungen27GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Neu eingestellte Mitarbeiter – gesamt12.10012.00915.486
Nach Standort
Filialen10.1229.68812.320
Logistikzentren1.7312.1002.855
Verwaltung247221311
Nach Geschlecht
Weiblich7.1536.8209.200
Männlich4.9475.1896.286
Nach Altersgruppe
< 30 Jahre8.6648.27810.456
≥ 30 < 50 Jahre3.2673.5324.772
≥ 50 Jahre169199258

27 GRI 401-1

Mitarbeiterfluktuation in Prozent28GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Anteil der Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen haben2914,914,615,8

28 GRI 401-1
29 Befristete Mitarbeiter bis zu sechs Monaten werden nicht berücksichtigt. Wir berichten die Mitarbeiterfluktuation nicht aufgeteilt nach Altersgruppe, Geschlecht und Region (Bereich), da diese Zahlen für uns nicht wesentlich, da nicht steuerungsrelevant, sind. Die Kennzahl wird ohne befristete Arbeitsverhältnisse, Renteneintritte und Altersteilzeit ermittelt.

Aus- und Weiterbildung

 

 

14,9 Prozent
der Mitarbeiter haben an Weiterbildungs­maßnahmen teilgenommen.

18,7 Prozent
der Mitarbeiter waren in Potenzialgespräche einbezogen.

Die Zahl der Auszubildenden und dual Studierenden ist
um 2,0 Prozent gestiegen.

Anzahl der Auszubildenden und dual Studierenden30GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Gesamt3.4803.3743.442
Auszubildende/Teilnehmer Abiturienten-Programm3.1273.0613.133
Filialen2.8232.7882.847
Logistikzentren268237252
Verwaltung Deutschland363634
Dual Studierende353313309
Filialen248212208
Logistikzentren676467
Verwaltung Deutschland383734
Anzahl der Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen30, 31GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Gesamt10.4379.99311.128
Weiblich4.7834.7475.411
Filialen4.0314.1424.560
Logistikzentren285203295
Verwaltung Deutschland467402556
Männlich5.6545.2465.717
Filialen4.6554.2874.428
Logistikzentren533528670
Verwaltung Deutschland466431619
Verteilung nach Mitarbeiterkategorien in Prozent
Tarifbeschäftigte777875
Außertariflich Beschäftigte und leitende Angestellte232225

30 GRI 404-1
31 Erhobene Weiterbildungsmaßnahmen beziehen sich nicht auf gesetzliche Pflichtschulungen, Seminare für die Ausbilder und on the job Schulungsmaßnahmen.

Zahl der Mitarbeiter, die in Potenzialgespräche einbezogen wurden32, 33GJ 2017GJ 2018
Gesamt14.05913.961
Weiblich8.9258.594
Filialen8.7778.385
Logistikzentren2866
Verwaltung Deutschland120143
Männlich5.1345.367
Filialen4.6324.769
Logistikzentren242305
Verwaltung Deutschland260293

32 GRI 404-3
33 Daten wurden erstmals für das Kalenderjahr 2017 erhoben.

Arbeitssicherheit

 

 

Anzahl der Unfälle34, Ausfalltage und Todesfälle35GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Gesamt
Unfälle3.6833.7523.727
Weiblich2.7432.8012.778
Männlich940951949
Ausfalltage45.24342.17642.248
Weiblich34.48232.59032.619
Männlich10.7619.5869.629
Todesfälle000
Weiblich000
Männlich000
Filialen
Unfälle3.1173.1903.111
Weiblich2.5492.5982.544
Männlich568592567
Ausfalltage39.21636.98036.171
Weiblich32.47930.63129.905
Männlich6.7376.3496.266
Todesfälle000
Weiblich000
Männlich000
Logistikzentren
Unfälle538542600
Weiblich172188224
Männlich366354376
Ausfalltage5.8865.1175.949
Weiblich1.9191.9042.603
Männlich3.9673.2133.346
Todesfälle000
Weiblich000
Männlich000
Verwaltung Deutschland
Unfälle282016
Weiblich221510
Männlich656
Ausfalltage14179128
Weiblich8455111
Männlich572417
Todesfälle000
Weiblich000
Männlich000
1.000-Mann-Quote
Gesamt

86,6

86,3

81,0
Filialen86,587,080,9
Weiblich96,697,892,1
Männlich58,958,552,4
Logistikzentren101,898,698,8
Weiblich96,7103,2112,5
Männlich104,496,392,1
Verwaltung Deutschland23,115,310,5
Weiblich31,520,011,5
Männlich11,79,09,1

34 Verletzungen werden unter dem Begriff „Unfall“ berichtet. Kleine Verletzungen (sog. Bagatellunfälle) werden nicht in den Bericht aufgenommen. Unfälle ohne Ausfalltage (Kalendertage) gelten als Bagatellunfälle. Als Ausfalltage werden Arbeitstage (i.d.R. Mo.–Sa.) gezählt, der Unfalltag zählt nicht dazu (≥ 1 Kalendertag Ausfall). Mitarbeiter aus Arbeitnehmerüberlassung und Fremdfirmen sowie selbstständige Fremdfirmen und selbstständige Auftragnehmer können nicht berichtet werden. Die Art der Verletzung berichten wir aus Datenschutzgründen nicht.
35 GRI 403-2

Kunden und Gesellschaft

Sortiment

 

 

Das Biodauersortiment ist um 66,1 Prozent gestiegen – damit wurde das Ziel, das Biosortiment 2018 um rund 50% zu erweitern, deutlich übertroffen.

Es wurden
rund 800 Prüfberichte
mehr bei Lidl Deutschland durchgeführt.

Prüfungen der in Deutschland verkauften Food-Eigenmarkenprodukte
sowie Obst und Gemüse36
GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Produkte, für deren Einkauf Lidl International verantwortlich ist
Anzahl Prüfberichte32.82726.48126.497
davon Prüfberichte für Food3710.7069.5009.659
davon Prüfberichte für Obst und Gemüse22.12116.98116.838
Anzahl Expertenverkostungen5.4855.7406.238
Anzahl verkosteter Artikel (Artikel-Lieferanten-Kombination)386.5816.8307.738
Produkte, für deren Einkauf Lidl Deutschland verantwortlich ist
Anzahl der Prüfberichte für Food372781.9612.758
Anzahl der Expertenverkostungen4932.0776.480
Anzahl verkosteter Artikel (Artikel-Lieferanten-Kombination)385092.1056.605

36 GRI 416-1
37 Ohne Siegel-, Sonder-, Wein- und Near-Food-Analysen
38 Inkl. Wein- und Near-Food, ohne Import

Produktrückrufe39, 40GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Gesamtanzahl der öffentlichen Produktrückrufe – Deutschland111016

39 GRI 416-2
40 Alle Rückrufaktionen waren freiwillig induziert, deshalb verzichten wir auf eine Aufschlüsselung nach anderen Kriterien.

Zahl Bio-Food-Artikel inklusive regional verfügbarer Artikel41GJ 2016GJ 2017GJ 2018
Bioartikel im Dauersortiment163171284
Bioartikel im Aktionssortiment58108125

41 GRI 417-1


Hintergrund­geschichten

Bioland und Lidl – die Allianz funktioniert

Bio – für alle

Das zeigen immer mehr Produkte mit dem hohen Biostandard in den Filialregalen von Lidl. Das zeigt aber auch ein Besuch bei einem unserer Lieferanten, der Kräutergärtnerei der Familie Borrmann.

 

Bei Papenburg im Emsland umweht den Besucher plötzlich der Duft von frischen Kräutern. Zitronenmelisse mischt sich da mit würzigem Majoran, kühler Minze und Basilikum. Mit geschlossenen Augen könnte man fast meinen, in den Hügeln der Provence zu stehen. Dabei hat man nur eines der hochmodernen Glashäuser von Gartenbau Borrmann betreten, einer Bio-Kräutergärtnerei in Niedersachsen mit 3,5 Hektar „unter Glas“.
 
„Zuerst kommt der intensive Duft, dann staunen die meisten über unsere bis zu fünf Meter hohen Glashäuser“, sagt Bioland-Gärtnerin Julia Borrmann-Wessels beim Rundgang durch den Betrieb. Ihr Vater Reiner hat die ehemalige Gärtnerei auf Kräuteranbau ausgerichtet. Ab 2008 hat der mittelständische Betrieb dann auf einen der höchsten Biostandards in Deutschland umgestellt – Bioland. Keine Gentechnik, kein synthetischer Stickstoffdünger, keine chemisch-synthetischen Pestizide und kein behandeltes Saatgut.

 

 

 

„Es macht einfach Spaß, den Pflanzen hier beim Wachsen zuzusehen. Wir sehen sie als persönliche Zöglinge.“

 

Julia Borrmann-Wessels,
Bioland-Kräutergärtnerin aus Papenburg 

 

 

Die Partnerschaft mit Lidl bringt Bio in Deutschland voran
 
Zwei Generationen arbeiten in den Glashäusern der Borrmanns, in denen man sich zwischen langen Topfreihen per Fahrrad bewegt. Aufgrund der Zusammenarbeit zwischen Bioland und dem Discounter liefert die Familie seit 2018 auch an Lidl, einen der größten Einzelhändler Deutschlands. „Für uns ist es erfreulich, wenn dadurch mehr Kunden Zugang zu Bio-Produkten haben. Die Kooperation mit Lidl bedeutet für uns aber auch schlicht gestiegenen Absatz“, sagt Borrmann-Wessels.
 
Auf den Regalen regionaler Reformhäuser und jetzt auch auf den Frischepodesten eines großen Discounters. Was macht das mit einer vergleichsweise kleinen Kräutergärtnerei? „Wir machen keine Abstriche bei der Qualität. Bioland-Qualität bleibt unser Thymian oder Schnittlauch auch auf dem Regal eines Discounters“, sagt Borrmann-Wessels. Als Mitglied stützt sie die Strategie des Bioland-Verbandes. Allianzen mit so wirkungsvollen Vertriebskanälen wie Lidl könnten letztlich noch mehr Landwirte und Bauern für den hohen Qualitätsstandard interessieren und Bio in Deutschland weiter voranbringen. „Das dürfte, so vermute ich, für viele den Anreiz erhöhen, umzustellen“, sagt die Kräutergärtnerin.

 

 

 

Nützlinge gehen für die Borrmanns jagen
 
Bioland ist auch Hightech. Die grüne Pracht in den Emsländer Glashäusern ist das Ergebnis technisch ausgereifter Produktionsbedingungen. Ein Computer steuert das Klima. Geschlossene Bewässerungssysteme fluten exakt die riesigen Flächen mit Kräutertöpfen, um etwa pflanzlichen Dünger aus Algen zu verabreichen. Nützlinge, wie zum Beispiel Florfliegenlarven kommen zum Einsatz gegen Blattläuse und Spinnmilben. Leise summen in den Glashäusern auch Schlupfwespen, die für die Borrmanns auf die Jagd nach Schädlingen gehen.
 
„Wir haben schon lange mit Nützlingen gearbeitet, bedarfsgerecht gedüngt und nur sehr wenig Pflanzenschutzmittel eingesetzt“, erinnert sich Julia Borrmann-Wessels. „Da war der Schritt zum Bioland-Standard nicht mehr groß.“ Über den Beitritt zum Bioland-Verband habe man schließlich umgestellt, auch weil „Bio“ boomt – nicht zuletzt durch immer mehr Nachfrage von Einzelhändlern wie Lidl.
 
Etwa 260 Millionen Euro wurden in Deutschland 2018 mit Kräutern umgesetzt, zeigt der Jahresbericht des Zentralverbands Gartenbau.1 Neben der Grundversorgung von Küchen und Lebensmittelherstellern, lebt das Geschäft immer stärker von Trends. Als etwa der Longdrink Hugo seinen Siegeszug durch Deutschlands Sommerbars antrat, wurde auch den Papenburger Kräutergärtnern plötzlich die Zitrusminze Mentha Spicata aus den Händen gerissen. „So etwas spüren wir deutlich bei der Nachfrage. Etwas Ähnliches passiert gerade bei Koriander, weil asiatische Küche so im Trend liegt“, sagt Kräutergärtnerin Borrmann-Wessels.

 

1 https://www.g-net.de/files/download/ZVG_Jahresbericht_2018.pdf

 

 

 

Schnittlauchbrot direkt aus dem Glashaus
 
Als Saatgut oder Steckling sprießen Petersilie, Oregano und Co. jeweils ca. zehn Wochen bei den Borrmanns. Dann geht es in die Regale bei Lidl oder in einen Bioladen der Region. Ein kleiner Teil der bei den Borrmanns produzierten Kräutertöpfe bleibt aber immer auch bei den Bioland-Gärtnern im Emsland. „Wenn wir hier zusammen frühstücken, gibt es frisch geschnittenen Schnittlauch. Das auf’s Brot – herrlich!“

 

Rund 25 Prozent der Bio-Artikel in den Regalen von Lidl stammen inzwischen von Bioland. Nachdem seit November 2018 erste Bioland-Produkte wie Äpfel, Kresse und Gartenkräuter bundesweit erhältlich sind, sind seit Januar nahezu alle Molkereiprodukte der Eigenmarke „BioOrganic“ auf den Bioland-Standard umgestellt. Wo es möglich ist, will der Discounter das Bio-Sortiment langfristig auf Bioland-Produkte umstellen. Weißer Burgunder und Sauvignon Blanc vom Bioland-Winzer sind die jüngsten Neuzugänge.

 

 

Warenverfügbarkeit
November 2018nationalÄpfel, Gartenkräuter und Kresse
Januar 2019nationalMilch, Speise- und Fruchtquark, Mozzarella, Natur- und Fruchtjoghurt, Mango-Lassi, Frischkäse, Scheibenkäse, geriebener Käse, Dinkel- und Weizenmehl
Februar 2019nationalApfelsaft, Apfelmus, H-Milch, Mehl- und Mopro-Rollout abgeschlossen (Ausnahme bspw. Griechischer Feta-Käse)
regionalGemüsesaft
März 2019regionalHonig (Berliner Großraum, München)
April 2019regionalZwiebeln, Rot- und Weißwein
Mai 2019nationalWeißwein in Aktion
Juni 2019regionalObst und Gemüse, wie etwa Tomaten, Paprika, Kartoffeln und Erdbeeren
nationalKörniger Frischkäse

Lidl geht Partnerschaft mit Save the Children ein

„Oberstes Ziel ist der Schutz von Kindern“

Menschenrechte entlang der globalen Lieferketten schützen – so lautet das Ziel des 2016 von der Bundesregierung verabschiedeten Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte. Auch für Lidl ist es eine der drängendsten Herausforderungen, die globalen Lieferketten des Handelsunternehmens menschenrechtskonform und somit frei von Kinderarbeit zu gestalten. Dieser Grundsatz, festgehalten im Code of Conduct von Lidl, bildet die Basis für die Partnerschaft mit Save the Children. Die Nichtregierungsorganisation schult im Auftrag von Lidl Lieferanten beim Thema Prävention von Kinderarbeit in den Produzentenländern. Im Interview erläutern Maria Schuster und Ralf Walther von Save the Children sowie Janna Bruins von Lidl International die Details des gemeinsamen Projekts.

© GCCU Save the Children

 

Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Lidl und Save the Children?
 
Janna Bruins: Viele Lieferketten von Lidl-Produkten und unseren Wettbewerbern reichen in Länder, in denen das Risiko von Kinderarbeit erhöht ist – zum Beispiel nach Bangladesch, Myanmar oder andere Länder Asiens. Das Risiko ist besonders hoch bei Aktionsware aus dieser Region. Deshalb haben wir gemeinsam mit Save the Children unser Sortiment analysiert und ein Pilotprojekt gestartet, um zu lernen. Hintergrund der Partnerschaft war der Wunsch, über unser bestehendes Monitoring hinaus bei unseren Lieferanten den Blick für das Thema Kinderarbeit zu schärfen, damit diese systematisch Gegenmaßnahmen ergreifen können. Für die Umsetzung entsprechender Schulungen vor Ort, wollten wir auf die Expertise einer unabhängigen Einrichtung setzen, die sich bei diesem Thema auskennt und bereits in den Ländern tätig ist. Save the Children ist aus unserer Sicht dafür ein außergewöhnlicher Partner.

 

 

Ralf Walther: 2016 ist Lidl mit der Anfrage einer Zusammenarbeit auf uns zugekommen. Bereits seit zehn Jahren widmen wir uns der Beratung im Bereich Lieferketten. Das oberste Ziel unserer Arbeit ist der Schutz der Kinder und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Beides hängt stark von den produzierenden Betrieben ab. Das war für uns das Argument, in Partnerschaft mit Lidl Zugänge zu nutzen und direkt Schulungs-Workshops für das Management in den Fabriken anzubieten.

 

 

© Save the Children

Maria Schuster
Senior Managerin
Unternehmenspartnerschaften & Stiftungen
Save the Children

© Lidl

Janna Bruins
Senior Consultant
CSR Einkauf International
Lidl

© Save the Children

Ralf Walther
Teamleiter
Unternehmenspartnerschaften & Stiftungen
Save the Children

 

 

Was waren die ersten gemeinsamen Schritte bei der Zusammenarbeit und wie viele Schulungen gab es bisher?
 
Janna Bruins: Um das Projekt zu starten, haben wir gemeinsam mit Save the Children zunächst die Lieferketten unseres Non-Food-Geschäfts auf die spezielle Herausforderung hin analysiert und festgelegt, an welcher Stelle und in welchen Produktsegmenten wir am besten ansetzen können.
 
Ralf Walther: Lidl und uns war schnell klar, dass wir mit dem textilen Bereich anfangen sollten. Die Überlegung war: In dieser Branche können wir eine effektive Wirkung erzielen, da Lidl die Transparenz seiner Produktionsstätten herstellt und den Zugang zu ihnen ermöglicht. In vielen anderen Bereichen sind die Lieferketten deutlich intransparenter und schwerer zu erreichen.
 

 

Maria Schuster: Von Oktober 2017 bis Januar 2019 haben wir um die 680 Teilnehmer geschult – in der Regel Fabrikmanager, leitende Angestellte und Personalverantwortliche, aber auch Auditoren. Geplant ist, alle strategischen Textillieferanten von Lidl zum Thema Kinderarbeitsprävention zu schulen. Dabei nehmen wir uns ein Land nach dem anderen vor. Angefangen haben wir in Bangladesch. Danach kamen die Türkei, Myanmar und zuletzt China.

 

 

© Mats Lignell Save the Children

 

 

Wie laufen diese Schulungen in der Praxis ab?
 
Janna Bruins: Bei unserer ersten Workshop-Reihe in Dhaka in Bangladesch war Lidl vor Ort und hat für Vertrauen in das Projekt geworben. Wir haben im offenen Gespräch mit den Produzenten betont, dass es bei dem Programm prinzipiell nicht darum geht, Betriebe bloßzustellen. Wir wollen auf partnerschaftlicher Basis Unterstützung leisten. Unabhängig davon bleibt Kinderarbeit selbstverständlich ein Zero-Tolerance-Verstoß – jedoch ist der Ansatz, sich dem Problem durch Prävention und Kooperation zu nähern, ein aus unserer Sicht wirkungsvollerer.
 
 

© Mats Lignell Save the Children

 

 

Maria Schuster: Konkret klären wir zum Beispiel mit Rollenspielen über die Fallstricke beim Einstellungsprozess in den Fabriken auf. Ein Teilnehmer nimmt dabei die Perspektive des Kindes ein und ein anderer die Rolle des Personalverantwortlichen. Durch solche Maßnahmen vermitteln wir Tipps, welche Fragen man bei der Einstellung stellen oder welche Dokumente man einfordern sollte. In manchen Ländern, beispielsweise in Bangladesch, ist es nicht immer einfach, an sichere Altersnachweise zu gelangen. 

 

 

Ralf Walther: Die wichtigste Voraussetzung unserer Arbeit ist eben dieses Vertrauen des lokalen Managements. Ohne das Vertrauen würden wir nicht erfahren, was wirklich los ist. Und es wäre unmöglich, die Verantwortlichen in den Fabriken selbst für das Thema zu sensibilisieren und ins Handeln zu bringen. Erst dann führen wir in eintägigen Workshops in Themen, wie die Altersüberprüfung und die Rechte von jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Dabei schauen wir uns die Einstellungsabläufe in der Fabrik an. Und wir etablieren gemeinsam mit Lidl auch Maßnahmen und Prozesse, wie man bei Verdachtsfällen agiert und bei aufgedeckten Fällen Wiedergutmachung leisten kann. Denn wichtig für das betroffene Kind bei einem bestätigten Fall ist, nicht nur vor Kinderarbeit geschützt zu werden, sondern auch Bildungsperspektiven für eine bessere Zukunft zu erhalten. Unsere Angebote bis zum erwerbsfähigen Alter sind vielfältig. Wir helfen bei der Wahl eines Schul- oder Ausbildungsplatzes, begleiten diesen Lernprozess und unterstützen die Familie finanziell. 

 

 

© GCCU Save the Children

 

Für die Produzenten bedeuten solche Fortbildungen Mehraufwand. Wie kann man sie für das Projekt motivieren?
 
Ralf Walther: Natürlich haben auch die lokalen Produzenten klare wirtschaftliche Interessen. Wir respektieren, dass diese Unternehmen Gewinne erzielen wollen. Das ist jedoch auch möglich, wenn man die Rechte von Kindern berücksichtigt und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Dass wir seit Beginn unseres Engagements in der Lieferkettenberatung schon Hunderte von Schulungen in der Textilindustrie diverser Produzentenländer abhalten konnten, zeigt uns jedoch, dass sich diese Ansicht mehr und mehr durchsetzt.

 

 

 

Das heißt, Sie haben weitere Pläne für Ihre Kooperation?
 
Janna Bruins: Ja. Bei dem mit Save the Children gestarteten Pilotprojekt lernen wir, wie diese wertvollen Ansätze auch auf weitere Herstellungsstufen ausgeweitet werden können. In Bangladesch haben wir etwa damit begonnen, auch die Lieferanten unserer Lieferanten zu schulen. Das reicht von Wäschereien über Färbereien bis zu Veredlern von Stoffen. Wir betrachten aber auch weitere Lieferketten. Wir haben etwa angefangen, das Projekt auf die Produzenten der Haushalts- und Elektronikartikel auszuweiten, die zum Aktionsangebot von Lidl gehören. Auch dabei lassen wir uns von dem erfahrenen Partner Save the Children beraten. 

 

 

© CCR CSR

© Mats Lignell Save the Children

© CCR CSR

 

Das Projekt läuft inzwischen schon seit rund zwei Jahren. Welche vorläufige Bilanz ziehen Sie?
 
Janna Bruins: Das Trainingsprogramm hat den Dialog mit unseren Lieferanten und Produzenten intensiviert. Wir konnten deutlich machen, dass für uns Transparenz und die Unterstützung bei der Offenlegung von Fällen eher zum Ziel führen als die Sanktionierung. Dieser Prozess wird sich noch über einen längeren Zeitraum entwickeln. Aber durch unsere Partnerschaft mit Save the Children haben wir gesehen, wie erfolgreich das Bündeln unserer beiden Expertisen zu diesem sehr komplexen Thema ist.

 

 

Ralf Walther: Die Umsetzung und Einhaltung von Menschenrechten in globalen Lieferketten erlangt eine immer größere Aufmerksamkeit in der gesellschaftlichen Diskussion. Wir können in einigen Ländern definitiv Verbesserungen feststellen. Trotzdem müssen auch die tieferliegenden Wurzeln der Kinderarbeit bekämpft werden – nämlich die weitverbreitete Armut in den Produzentenländern. Dennoch ist aus meiner Sicht jeder einzelne Workshop vor Ort bereits ein Erfolg. Vor allem, weil wir gemeinsam etwas bewegen. Nur durch Kooperationspartner wie Lidl erhalten wir Zugänge zu den Lieferketten und können konkret etwas für Kinder tun. Save the Children und Lidl haben gezeigt, dass man gemeinsam in kurzer Zeit viel erreichen kann.

 

 

Ressourcen schonen mit der Lidl-Kreislaufflasche

Zu 100 Prozent sehen wir uns wieder, „Saskia“

Plastik ist Müll und landet im Meer? Zu kurz gedacht. Wer Plastikflaschen zur Wiederverwertung zurückbringt, handelt nachhaltig. Die 1,5-Liter-Flasche mit stillem Mineralwasser der Lidl Eigenmarke „Saskia“ besteht inzwischen zu 100 Prozent aus wiederverwertetem Kunststoff.1 Im Durchschnitt wird bei den „Saskia“- und „Freeway“-Flaschen von Lidl mindestens 50 Prozent recyceltes Material eingesetzt. Das spart jährlich Tausende Tonnen neues PET. Zusätzlich verringert Lidl das Gewicht seiner Einweg-Pfandflaschen. So konnten seit 2012 bereits rund 260.000 Tonnen Rohstoff, große Mengen Energie und damit CO2 eingespart werden. Bis Ende 2025 will der Discounter den Kunststoffeinsatz um 20 Prozent reduzieren. Durch das Kreislaufsystem wird der Einsatz von neuem Plastik reduziert und die Umwelt geschützt. Es ist Teil der von der Unternehmensgruppe Schwarz aufgesetzten Plastikstrategie REset Plastic, an der sich Lidl intensiv beteiligt.

 

1 Dies bezieht sich auf die Flasche ohne Verschlusskappe und Etikett.

Mit dem Ziel, die Recyclingfähigkeit bei Verpackungen der Eigenmarken bis Ende 2025 auf 100 Prozent zu steigern, unterstützt Lidl die Forderung der EU-Kommission im Rahmen der europäischen Plastikstrategie. Sie besagt, dass bis 2030 nur noch vollständig wiederverwertbare Kunststoffverpackungen in Umlauf gebracht werden sollen. Da Eigenmarken rund 75 Prozent des gesamten Sortiments ausmachen, ist die Plastikstrategie REset Plastic der Schwarz Gruppe ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem ressourcenschonenden Umgang mit der Natur.

 

 

Die Botschaft für unsere Gesellschaft daraus lautet: Leistungsfähige Kreislaufsysteme und sinnvolle Technologie, nahe am Konsumenten, sichern den nachhaltigen Einsatz des Verpackungsrohstoffs Plastik. Als Vorreiter hat Lidl das bereits 2010 erkannt und deswegen gemeinsam mit der zur Unternehmensgruppe Schwarz gehörenden Mitteldeutschen Erfrischungsgetränke GmbH & Co. KG (MEG) ein Recyclingsystem für Mineralwasser- und Erfrischungsgetränkeflaschen entwickelt. Es funktioniert als kostengünstige Alternative zum klassischen Mehrwegsystem, nutzt bestehende Rohstoffe, spart neuen Kunststoff ein und verringert den CO2-Ausstoß drastisch. 40.000 Tonnen neues PET kann Lidl dadurch pro Jahr schon einsparen – und 75.000 Tonnen CO2. Innerhalb der nächsten sechs Jahre soll der Kunststoffeinsatz des Unternehmens um 20 Prozent reduziert werden.
 
Die Plastikpfandflaschen von Lidl sind auf Rundreise. Der Lebensmitteleinzelhändler sammelt PET-Einwegflaschen über rund 6.100 Pfandautomaten in den Filialen. Dort vorsortiert und komprimiert, treten sie in den Wiederverwertungskreislauf ein. Erster Stopp: Das Logistikzentrum.

 

 

Im Zentrum des Wertstoffkreislaufs steht die Schwarz Gruppe, zu der auch Lidl und die MEG gehören. Die Unternehmensgruppe Schwarz hat mit REset Plastic eine ganzheitliche Strategie entwickelt, die sich in fünf Handlungsfelder gliedert: Vermeidung, Design, Recycling, Beseitigung sowie Innovation und Aufklärung.

100 %

wiederverwerteter Kunststoff im Flaschenkörper bei „Saskia“ 1,5-Liter-Flasche mit stillem Mineralwasser eingesetzt.

 

 

 

 

Wie treibt Innovation den Recyclingkreislauf voran?
 
In den Logistikzentren werden die PET-Flaschen zu dichten Ballen gepresst. Was normalerweise auf 26 Lkw verladen werden müsste, passt dann auf einen einzigen: 400.000 Flaschen. Das reduziert Treibstoff und CO2. Systematische Innovation hat auch das Gewicht der 1,5-Liter-Flaschen um 30 Prozent reduziert. Wog sie 2008 noch 38 Gramm, sind es heute noch 26,8 Gramm. Auch das spart doppelt: Rohstoffe in der Herstellung und klimaschädliches Abgas beim Transport. Nächstes Ziel auf der Rundreise ist eines von drei Recyclingwerken. Sie gehören zur MEG, die genau wie Lidl Teil der Unternehmensgruppe Schwarz ist.

 

 

© MEG

Ein Ballen aus gepressten PET-Flaschen ist ca. 100 x 80 x 90 Zentimeter groß, enthält etwa 7.500 Flaschen und wiegt rund 250 Kilogramm.

© MEG

Die Lieferfahrzeuge fahren nicht extra wegen der Kreislaufflasche zu den Lidl-Filialen. Sie nehmen dort die leeren Pfandflaschen wieder mit, wenn sie neue Getränkepaletten anliefern. Das vermeidet zusätzliche Fahrten und reduziert die damit verbundenen Umweltbelastungen.

 

 

Damit hat sich Lidl weit vom Wettbewerb abgesetzt. Denn eine handelsübliche PET-Einwegflasche enthält heute 28 Prozent Recyclingmaterial2. In den „Saskia“- und „Freeway“-Flaschen von Lidl ist der Rezyklatanteil dagegen bereits knapp doppelt so hoch. Und die 1,5-Liter-Flaschen des stillen Mineralwassers sind sogar schon komplett (ausgenommen Verschlusskappe und Etikett) aus wiederverwertetem Material. Seit Juli 2018 wird auch die Weidemilch mit der Premiumstufe des Tierschutzbunds in einer PET-Flasche mit 50 Prozent Rezyklatanteil abgefüllt.
 
Bei immer mehr Produkten sorgt Lidl für solch nachhaltige Fortschritte – mit Investitionen in die Recyclinginfrastruktur, in Technologien und in die Produktentwicklung.

 

2 Vgl. Gesellschaft für Verpackungsmarkforschung 2018: „Aufkommen und Verwertung von PET-Getränkeflaschen in Deutschland 2017“

 

 

 

Wertstoffkreislauf „Jede Flasche zählt“

 

 

 

 

Was passiert mit den zurückgegebenen PET-Flaschen?
 
In den Recyclingwerken werden Deckel und Etiketten von den PET-Flaschen jeweils getrennt und gesondert von externen Dienstleistern recycelt. Die Flaschen werden zermahlen, das Material gewaschen, getrocknet, gereinigt und geschmolzen. Dadurch entstehen linsengroße Kügelchen, die Grundzutat für neue PET-Flaschen. Dieses Regranulat wird bei Bedarf mit neu hergestelltem PET-Granulat vermischt, erhitzt und zu platzsparenden Flaschenrohlingen geformt, die wie grüne, blaue oder weiße Reagenzgläser aussehen. Nächster Halt im Flaschenkreislauf: Die Abfüllwerke. Dort werden die Rohlinge erhitzt und anschließend zu neuen Flaschen aufgeblasen. Erneut befüllt und etikettiert geht es wieder in die Logistikzentren – zur Auslieferung in die Lidl-Filialen, wo sie die Kunden in den Einkaufswagen legen.
 
Lidl ist Teil von REset Plastic, der Plastikstrategie der Schwarz Gruppe. Der ganzheitliche Ansatz reicht von der Vermeidung, über Design, Recycling und Beseitigung bis hin zu Innovation und Aufklärung. Dadurch werden der Einsatz von Plastik reduziert und Kreisläufe geschlossen.

 

 

© MEG

PET steht für Polyethylenterephthalat, das Kunststoffmaterial, aus dem die wiederverwertbaren Flaschen entstehen. PET hat große Vorteile. Es ist gegen viele Stoffe beständig, gibt also so gut wie keine Bestandteile in die Lebensmittel ab. Aus diesem Grund wird es bevorzugt als Behälter für Getränke verwendet.
Warum der Zwischenschritt mit den Preforms, die erst später zu Flaschen aufgeblasen werden?
So passen in einen Lkw bis zu eine Million Rohlinge, während sonst nur rund 15.000 fertige Flaschen von einem Fahrzeug transportiert werden könnten. Denn im Vergleich zur Strecke zwischen Kunststoffaufbereitung und Abfüllwerken ist der Weg von den Abfüllwerken zu einem der 39 Logistikzentren deutlich kürzer. Der Zwischenschritt reduziert also den Treibstoffverbrauch und damit den CO2-Ausstoß.

Blickpunkt: Reduktionsstrategie 2025

Salz, Zucker 
Salz, Zucker 
Salz, Zucker

Zug um Zug verringert Lidl zwei wichtige Produktzutaten. Die Kunst ist es, den Geschmack dabei zu erhalten. Täglich arbeiten Experten an Lösungen wie zum Beispiel für die Molkereiprodukte der Lidl-Eigenmarke „Milbona“: Im Februar überschritt die Menge des eingesparten Zuckers stattliche 520 Tonnen – über 100 Millionen Teelöffel.

 

Grüne Blätter, rote Rispen, schwarze Körner, Tollkirsche oder Johannisbeere? Für die Menschen der Urzeit wurde die Zunge manchmal zum Lebensretter. Was beim Zerkauen sauer oder bitter schmeckte, war ein Anzeichen für giftige oder zumindest nicht bekömmliche Nahrung. Dagegen begrüßen unsere rund 9.000 Geschmackssensoren auf der Zunge auch heute noch süß und salzig als willkommene Nahrung und überlebenswichtigen Treibstoff für Gehirn, Nerven und Muskeln. Zucker und Salz fehlen deshalb in kaum einem Lebensmittel. Auch weil sie sich gegenseitig zu einem komplexen Geschmackserlebnis steigern – und das hat eben uralte biologische Gründe.
 
Die Indizien überlebenswichtiger Nahrung von gestern genießen heute weit weniger Ansehen. Mediziner sehen zu viel Zucker und Salz kritisch. Inzwischen sind die vorzeitlichen Geschmacksträger bei uns so populär, dass wir laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung im Schnitt 50 Prozent zu viel Salz und auch Zucker weit über das empfohlene Maß hinaus konsumieren. Volkskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht, Karies und Bluthochdruck entstehen in der Folge. Entsprechend dürften künftig die Gesundheitskosten explodieren.

 

 

Zucker und Salz – beides braucht der Mensch 
Salz steuert unter anderem den Wasserhaushalt im Körper und ermöglicht die Übertragung von Nervenimpulsen. Unser Gehirn verbraucht pro Tag rund 130 Gramm Glukose – auch wenn der Körper diese Zuckerart aus Lebensmitteln wie Nudeln und Brot bezieht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, nicht mehr als zehn Prozent der aufgenommenen Energie über frei zugesetzten Zucker zu sich zu nehmen. Bei einem normalen Tagesenergieverbrauch von 2.000 Kalorien entspricht das 50 Gramm Zucker. Bei Salz rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DHG, nicht mehr als sechs Gramm pro Tag aufzunehmen.

 

 

Zucker ist in Eigenmarken von Lidl auf dem Rückzug
 
Lidl steuert dagegen. Der Discounter handelt heute für morgen und will seinen Kunden eine bewusste Ernährung ermöglichen. Daher geht Lidl mit seiner Reduktionsstrategie dieses gesellschaftlich relevante Thema an: Bis 2025 soll die Menge der zugesetzten Zutaten Zucker und Salz in den Lidl-Eigenmarken um 20 Prozent sinken. Doch lässt sich das Geschmacksempfinden der Millionen von Kunden, die Lidl jede Woche ihr Vertrauen schenken, tatsächlich zurückdrehen? Bei Frühstückscerealien ist das schon gelungen. Seit mehr als zehn Jahren nimmt Lidl, geführt von ausgewiesenen Geschmacksexperten in der Abteilung Qualitätssicherung, schrittweise Zucker aus dem Produkt. Und seit zwei Jahren wird auch anderen Produktgruppen zugesetzter Zucker entzogen – etwa Desserts, Süßgebäck, Brotaufstrichen, Süßigkeiten und Fertiggerichten.
 
Die Mengen, die da zusammenkommen, können sich sehen lassen. Im Februar überschritt zum Beispiel das bisher eingesparte Zuckergewicht bei den Molkereiprodukten der Lidl-Eigenmarke „Milbona“ stattliche 520 Tonnen – über 100 Millionen Teelöffel. Entwickler setzen bei der Reduktion auf die Süße natürlicher Zutaten. Im fettarmen Erdbeer-Joghurt von Lidl konnte die zugesetzte Zuckermenge bisher um acht Prozent gesenkt werden.
 
Zugesetzter Zucker wird aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen. Wir kennen ihn unter dem Namen Haushaltszucker, rühren ihn beispielsweise in den täglichen Kaffee und verwenden ihn zum Backen von Kuchen. Wer Potentiale sucht, die von Chemikern als Saccharose bezeichnete Zutat zu reduzieren, findet sie in großer Zahl. Beispielsweise beim „Proviact“-Joghurt der Sorten Vanille, Pfirsich-Maracuja und Erdbeer. Dort stecken nun schon zwei Gramm weniger drin pro 100 Gramm Produkt – ein Minus von 14 Prozent. Und Zug um Zug schwindet überschüssige Energie auch aus anderen Produktsparten: „Captain Rondo“-Doppelkekse der Lidl-Eigenmarke „Sondey“ sind jetzt zum Beispiel mit 14 Prozent weniger Zucker im Regal. Und in „Currywurst-Snacker“ der Marke „chef select“ schmolz der Zuckeranteil in den Sorten Brat- und Bockwurst sogar um 25 Prozent.

 

 

520 t

Zucker konnten bislang eingespart werden.

 

 

Salzreduktion um bis zu ein Drittel
 
„Ohne Salz ist das Leben nicht süß“, lautet ein Sprichwort in Russland. Ein Hinweis darauf, wie groß für uns Verbraucher die Versuchung ist, neben Zucker auch zu viel Salz zu konsumieren. Deshalb setzen die Produktfachleute auf deutlich weniger der kristallinen Ionengitter, die für so viel angenehme Geschmacksverstärkung in Lebensmitteln sorgen. Noch häufiger als Zucker kommt Salz – als Meersalz oder Steinsalz – in täglich konsumierten Nahrungsmitteln vor. Dazu gehören Brot, Brötchen und Chips, aber auch viele Fertiggerichte.
 
Bei der Salzreduktion gehen die Teams in der Abteilung Qualitätssicherung systematisch vor, spüren Potentiale auf und feilen an verbesserten Rezepturen. Erfolge stellen sich hier beinahe jeden Tag ein. Bei frischen Broten und Brötchen ist zum Beispiel der durchschnittliche Salzgehalt in nur zwei Jahren auf 1,17 Gramm pro 100 Gramm geschrumpft – ein Minus von 17 Prozent. Dabei gilt: Es geht immer noch mehr, je detaillierter sich Lidl mit den Rezepturen beschäftigt, die der Discounter bei seinen Lieferanten in Auftrag gibt. „Crustini-Brötchen minus 35 Prozent“ und „Ciabatta minus 42 Prozent“ sind nur zwei Erfolgsschlagzeilen der jüngeren Zeit.

 

 

Reduktion – Was weg ist, ist weg 
Lidl reduziert die Mengen, ohne woanders welche zuzugeben. Wenn zugesetzter Zucker oder Salz in einem Produkt wegfällt, werden die Anteile anderer Geschmacksgeber – etwa von Fett – nicht gesteigert, um den Effekt auszugleichen. Denn das könnte zu noch mehr Kalorien führen als vor der Maßnahme. Zugesetzter Zucker beziehungsweise Salz heißt es deshalb, weil die meisten Lebensmittel schon von Natur aus Zucker enthalten, wie beispielsweise Milch oder Obst in Fruchtjoghurt. Die Reduktionsstrategie von Lidl bezieht sich auf die zusätzlich beigegebenen Salz- beziehungsweise Zuckeranteile. So wurde zum Beispiel bei der Cola der Lidl-Eigenmarke „Freeway“ der zugesetzte Zucker um knapp fünf Prozent verringert – ohne Ausgleich durch einen zuckerfreien Süßstoff oder Glukosesirup. Glukose-Fruktose-Sirup wird nur in Ausnahmefällen für technologische Zwecke wie beispielsweise zur besseren Löslichkeit verwendet.

 

 

Testverkostungen bestimmen die Einsparung
 
Die Lebensmittelexperten der Qualitätssicherung von Lidl wissen, dass der natürliche Salz- und Zuckergehalt eines Produkts des besseren Geschmacks wegen von außen aufgestockt wird. Kunden müssen es nachher jedoch so schätzen wie vorher – das ist die oberste Leitlinie. In der Praxis tasten sich die Teams deshalb behutsam vor. Wie weit man bei einem Schritt jeweils gehen kann, legen die geschulten Gaumen der Abteilung Qualitätssicherung zunächst in einer Expertenverkostung fest: Ein salz- oder zuckerreduziertes Produkt tritt dabei den direkten Vergleich zu einem herkömmlichen Artikel an. Hält der Experte einen Einsparungsschritt für vertretbar, werden Konsumenten zu einer Blindverkostung geladen. Passiert die geänderte Rezeptur diese Hürde ohne Beanstandung, wird die Produktion umgestellt. Und wieder sind ein paar Gramm eingespart worden.

 

 

Milbona Fruchtgurt

Seit 2017 wurde der Zuckeranteil im Pfirsich-Maracuja-Fruchtjoghurt der Fettstufe 3,8 Prozent um rund 16 Prozent gesenkt. Den Gehalt an zugesetztem Zucker in Eigenmarkenartikeln wie Joghurt, Milchdrinks oder Pudding haben wir Anfang 2019 durchschnittlich um rund 10 Prozent reduziert.

Milbona Joghurt-Drink

Bei den Joghurt-Drinks wurde der Zuckeranteil seit 2017 zum Beispiel in der Geschmackssorte Erdbeer-Banane um rund 13 Prozent reduziert. Den Gehalt an zugesetztem Zucker in Eigenmarkenartikeln wie Joghurt, Milchdrinks oder Pudding haben wir Anfang 2019 durchschnittlich um rund 10 Prozent reduziert.

Crownfield Cornflakes

Bei den Cornflakes wurde der Zuckergehalt von 8,5 g/100 g um 35 Prozent auf 6,0 g/100 g und 2017 weiter auf 5,5 g/100 g gesenkt. 

Trattoria Alfredo Steinofenpizza Salami

Bei der Salamipizza wird der Salzgehalt seit 2008 Schritt für Schritt reduziert. 2008 lag der Salzgehalt bei 1,63 g/100 g. Aktuell liegt der Salzgehalt bei 1,15 g/100 g. Das bedeutet: Der Salzgehalt wurde insgesamt schon um über 29 Prozent reduziert.

Freeway Cola

Bei der Freeway Cola 0,5 l und 1,5 l wurde der Zuckergehalt von 10,2 g/100 ml auf 9,7 g/100 ml reduziert. Unser Ziel bis 2025 ist es, den Zuckergehalt auf 8,0 g/100 ml zu reduzieren.

Weizenmischbrot

Beim Weizenmischbrot wurde der Salzgehalt im Zeitraum von 2015 bis 2019 von 1,55 g/100 g auf 1,00 g/100 g, bereits um 35 Prozent gesenkt.

Milbona Fruchtjoghurt Erdbeere fettarm

Der Milbona fettarme Joghurt Erdbeere wurde bereits unter die Lupe genommen und überarbeitet. Die Zuckerreduktion von 15,0 g/100 g auf 13,8 g/100 g konnte dadurch erreicht werden, dass weniger zugesetzter Zucker und gleichzeitig etwas mehr Erdbeeren und Erdbeersaft verwendet werden. Jetzt ist unser Joghurt fruchtiger und gefällt unseren Konsumenten in der Verkostung noch besser als zuvor.

Kürbiskernbrot

Beim Kürbiskernbrot wurde der Salzgehalt im Zeitraum von 2015 bis 2019 von 1,35 g/100 g auf 1,00 g/100 g, bereits um 26 Prozent gesenkt.

Ciabatta classic

Beim Ciabatta classic wurde der Salzgehalt im Zeitraum von 2015 bis 2019 von 1,72 g/100 g auf 1,00 g/100 g, bereits um 42 Prozent gesenkt.

Freeway Orange

Bei der Freeway Orangenlimonade 0,5 l und 1,5 l wurde der Zuckergehalt von 9,8 g/100 ml auf 9,2 g/100 ml reduziert. Unser Ziel bis 2025 ist es, den Zuckergehalt auf 8,0 g/100 ml zu reduzieren.

Snack Day Kartoffelchips

Seit 2009 konnten wir den durchschnittlichen Salzgehalt unser Kartoffelchips von 1,65 g/100 g auf 1,30 g/100 g, also um über 21 Prozent senken.

Solevita Eistee Pfirsich 1,5 l

Beim Solevita Eistee 1,5 l wurde der Zuckergehalt von durchschnittlich 6,6 g/100 ml auf 6,2 g/100 ml reduziert. Bis 2025 wollen wir den Zuckergehalt schrittweise weiter reduzieren. Das Nährwertprofil der EU-Kommission von 8,0 g/100 ml ist hier bereits erreicht.

Crustini

Beim Crustini wurde der Salzgehalt im Zeitraum von 2016 bis 2019 von 1,55 g/100 g auf 1,00 g/100 g bereits um über 35 Prozent gesenkt.

 

 

Weniger Salz und Zucker in den Einkaufskorb
 
Lidl ist einer der größten Lebensmitteleinzelhändler Deutschlands. Daraus erwächst die Verantwortung, die Gesellschaft für eine bewusste Ernährung und einen aktiven Lebensstil zu sensibilisieren. Mit der Reduktionsstrategie 2025 arbeitet Lidl daran und verringert aktiv den Einsatz von Zucker und Salz im Sortiment.

 

 

Fehlernährung – Die Kosten sind immens 
In Deutschland erkranken täglich rund 800 Menschen an Diabetes vom Typ 2. Die Behandlungskosten für Krankheiten, die durch Über- oder Fehlernährung ausgelöst werden, sind immens. Sie belaufen sich jährlich auf 16,8 Milliarden Euro. Das sind sieben Prozent der gesamten Behandlungskosten in Deutschland oder 205 Euro pro Person und Jahr. Mit einem Sortiment von rund 3.500 Einzelartikeln, darunter zahlreiche Obst- und Gemüsesorten, bietet Lidl den Kunden die Möglichkeit, Produkte für eine ausgewogene Ernährung zu kaufen.1

 

1 Meier T, Senftleben K, Deumelandt P, Christen O, Riedel K, Langer M (2015) Healthcare Costs Associated with an Adequate Intake of Sugars, Salt and Saturated Fat in Germany: A Health Econometrical Analysis. PLoS ONE 10(9): e0135990. doi:10.1371/journal.pone.0135990

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